Endometriumkarzinom

IGeL-Monitor: Gebärmutterkörperkrebs-Früherkennung bringt nichts

Was nützt die Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterkörperkrebs? Studien, die darauf eine Antwort geben, hat der MDS nicht finden können.

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Essen. Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hat Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) als „tendenziell negativ“ bewertet. Dies ist die 53. Selbstzahlerleistung, deren Nutzen im Rahmen des vom MDS verantworteten „IGeL-Monitors“ inzwischen begutachtet wurde. Gleichzeitig hat der MDS den Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung einer Neubewertung unterzogen – und sieht sein bisheriges Urteil („negativ“) bestätigt.

„In Studien zu beiden Untersuchungen gab es mehr Hinweise auf Schäden als auf einen Nutzen für Patientinnen“, heißt es in einer Mitteilung. Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Krebsgesellschaft, die DGGG und die Krebshilfe, würden „davon abraten“, diese Untersuchungen zu machen, ohne dass etwaige Krankheitssymptome vorliegen. Dennoch bieten Gynäkologen laut MDS beide Untersuchungen „häufig an – auch jüngeren Frauen, die offensichtlich nicht zur Risikogruppe gehören“.

Fragestellung des MDS sei gewesen, ob Tumoren frühzeitig zu erkennen sind und infolgedessen die Betroffenen länger leben oder sich deren Lebensqualität verbessern lässt.

Häufig falsch positive Diagnosen

Bezogen auf das Endometriumkarzinom habe man „weltweit keine Studien“ finden können, „die zeigen, dass die Untersuchung den Betroffenen nützt“. Dagegen habe man zur Krebserkrankung der Eierstöcke „eine hochwertige aktuelle Übersichtsarbeit“ sowie Langzeitergebnisse einer großen Screening-Studie gesichtet, „die belegen, dass sich bei der Gruppe der Frauen mit Ultraschall und der ohne Ultraschall die Sterblichkeit kaum unterscheidet“.

Falsch positive Diagnosen seien jedoch für beide Ultraschall-Maßnahmen belegt. „So zeigen Studien, dass von 100 Frauen mit einem positiven Testergebnis nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterkörperkrebs weniger als eine tatsächlich an Krebs erkrankt. Nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Eierstockkrebs werden bei drei von 100 Frauen gesunde, nicht krebserkrankte Eierstöcke entfernt.“ Das seien Hinweise, dass die Untersuchung den Frauen schadet.

Laut MDS rangierten in den repräsentativen Versicherten-Befragungen für den IGeL-Report 2018 und 2020 sowohl der „Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung“ als auch „Ultraschall (transvaginal) des Bauchraums“ unter den fünf am häufigsten angebotenen Selbstzahlerleistungen. (cw)

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