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Im Namen des starken Franken: Germania ahoi!

Die Euro-Schuldenkrise und die Börsenturbulenzen treiben den Schweizer Franken scheinbar unaufhaltsam nach oben. Das hat in der Schweiz nicht nur positive Auswirkungen - dafür um so mehr in Deutschland.

Von Jürgen Ruf Veröffentlicht:
Schmuck, Wellness oder Klamotten? Für Schweizer ist der Einkauf in Deutschland derzeit wie ein Schnäppchenabenteuer.

Schmuck, Wellness oder Klamotten? Für Schweizer ist der Einkauf in Deutschland derzeit wie ein Schnäppchenabenteuer.

© Gina Sanders/fotolia.com

FREIBURG. Die Schweiz kämpft derzeit mit ihrer starken Währung. Der Franken gilt in turbulenten Börsenzeiten als sicherer Hafen für Anleger.

Auch Deutschland profitiert von dem Vertrauen in die Währung des Nachbarlandes - indirekt.

Shopping-Tour auf deutscher Seite lohnt sich für Schweizer

Denn der starke Schweizer Franken lässt bei Handel und Gastronomie im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet die Kassen klingeln.

Da die eidgenössische Währung auf Rekordhoch ist, lohnt sich für viele Schweizer der Gang zum Einkaufen über die Grenze.

"Wir haben es mit einer Ausnahmesituation zu tun. Die Geschäfte laufen überdurchschnittlich gut", sagt Manfred Noppel, Geschäftsführer des Einzelhandelverbandes Südbaden, in Freiburg.

Das Umsatzwachstum liegt bei über 50 Prozent

Der Anteil der Schweizer Kunden in den deutschen Geschäften habe sich teilweise mehr als verdoppelt, auch die Umsätze seien mehr als doppelt so hoch als sonst. "Wir verzeichnen ein Plus, wie wir es zuvor in dieser Form noch nie hatten."

Die Geschäfte liefen gut und seien zunehmend lukrativ, sagt Noppel. Als Tendenz zeige sich, dass vor allem hochpreisige Produkte nachgefragt würden. Als Beispiele nannte er Einrichtungsgegenstände und Elektronikprodukte.

Je näher die Geschäfte an der Grenze liegen, desto besser laufe es. Im Plus liegen demnach auch Textilgeschäfte und Modehäuser sowie die Tourismusbranche mit Gasthäusern und Hotels.

Horst Krämer, Einzelhändler in der direkt an der Grenze zur Schweiz liegenden Kleinstadt Lörrach, kann dies bestätigen. "Dieses Jahr ist ein überdurchschnittlich gutes", sagt der Vorsitzende des örtlichen Gewerbevereins. Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister profitierten von der Entwicklung.

"Früher zählten die Schweizer, die nah an der Grenze wohnen, zu unseren Kunden", sagt Krämer. "Heute kommen die Kunden sogar aus der Zentralschweiz zu uns."

Mehrwertsteuer entfällt für Einkäufer aus der Schweiz

Christian Straub, Chef der Einzelhändler im südbadischen Waldshut-Tiengen, sagt: "Wir sind für die Schweizer ein Einkaufsparadies." Wegen der vergleichsweise geringen Preise werde das Einkaufen in Deutschland bei Schweizern immer beliebter.

Hinzu kommt, dass die Eidgenossen die deutsche Mehrwertsteuer nicht bezahlen müssen. Die Steuer, die für deutsche Kunden Pflicht ist, wird den Schweizern noch an der Ladentheke wieder zurückerstattet.

Straub glaubt daran, dass der derzeitige Höhenflug anhalten wird. Auch wenn sich die Schweizer Währung wieder nach unten und der Euro nach oben entwickelt.

"Wir ziehen derzeit so viele Kunden an, dass wir so viele Menschen von unseren Einkaufsmöglichkeiten überzeugen können wie nie zuvor."

Anziehungswirkung mit Langzeiteffekt?

Dadurch ließen sich viele Schweizer dauerhaft halten. "Die kommen auch dann wieder, wenn der Grenzübertritt alleine wegen der Währung nicht mehr ganz so lukrativ ist wie im Moment."

Der niedrigere Preis in Deutschland und die geringe Steuer seien dann immer noch von Vorteil.

Schweizer Kunden würden daher auch zukünftig von den deutschen Händlern und Betrieben gezielt umworben, prognostiziert Straub wohlwollend. (dpa)

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