Direkt zum Inhaltsbereich

In Hessen formiert sich breites Bündnis gegen die Kodierung

Kammer, KV und Verbände sind sich einig: Hier werden Praxisressourcen verschwendet.

Veröffentlicht:
In Hessen zeichnet sich ein breites Bündnis gegen die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) ab.

In Hessen zeichnet sich ein breites Bündnis gegen die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) ab.

© Hoffmann / imago

FRANKFURT/MAIN (ine). In Hessen zeichnet sich ein breites Bündnis gegen die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) ab. KV, Ärztekammer, Psychotherapeuten und Hausärzteverband sehen den Patientenschutz gefährdet. Und auch die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) schließt sich den Protesten an.

"AKR - Nein Danke!": So lautete die Botschaft auf einer Diskussionsrunde der KV am Montagabend in Frankfurt am Main. Die Ärztevertreter waren sich einig, dass die zusätzliche Dokumentation zu Nachteilen für Patienten und zu einem erhöhten Arbeitsaufwand in den Praxen führt.

Mindestens zehn Prozent der Arbeitszeit müssten Ärzte für die Kodierung aufbringen, sagte der Hausarzt Dr. Wolf Eckert aus Wöllstadt. Ärztekammer-Chef Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach pflichtete ihm bei: "Es ist unverantwortlich, was da an Zeitressourcen verbraucht wird."

Klare Worte fand auch sein Kollege Jürgen Hardt, Präsident der Landeskammer für Psychologische Psychotherapeuten und Kinderpsychotherapeuten. Bei den neuen Richtlinien handele es sich um eine "kulturelle Pathologie". Er rief dazu auf, die Patienten in den Praxen über die AKR und die Folgen aufzuklären.

Die Weitergabe differenzierter Diagnosen an die Kassen kritisierte auch DGVP-Präsident WolframArnim Candidus. Patienten müssten über diese Datentransfers und die möglichen Folgen - etwa der Weitergabe der Diagnosen an Lebensversicherer - Bescheid wissen. Er plädierte für ein breites Bündnis, um die Einführung der Richtlinien zu verhindern.

Die KV Hessen hat in einer Resolution erneut gefordert, dass die Einführungsphase der AKR verlängert und die bestehenden handwerklichen Mängel beseitigt werden.

Erst am Montag hatte die KBV in Berlin angekündigt, dass die neuen Richtlinien für Hausarzt-Praxen nur bedingt geeignet seien (wir berichteten). Die ICD-10 sollen deshalb um einen Symptomschlüssel ergänzt werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Umfrage

Zi-Praxis-Panel geht in eine neue Runde

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Private Nachsendung funktionierte nicht

VGH Mannheim: Bei einem Umzug das Versorgungswerk nicht vergessen

Lesetipps
Eine Frau hält Tabletten in der Hand

© Dusan / stock.adobe.com

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Kardiologe Oliver A. Schmidt

© privat

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt