Hessen

Infoplattform zu Telemedizin gestartet

Ein E-Health-Projektatlas soll Hessens Bürger und Ärzte auf dem aktuellen Stand über digitale Versorgungsangebote halten.

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WIESBADEN. Telemedizin und moderne Kommunikationstechnologien werden künftig eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung spielen, ist sich Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) sicher.

Aber die Informationen müssen auch bei den Bürgern und Leistungserbringern ankommen. Das hessische Ministerium für Soziales und Integration hat deshalb die Informationsplattform ehealth-in-hessen.de an den Start gebracht. Sie ist seit Freitag online.

Ein Kernelement ist der Projektatlas. Dort werden bereits existierende E-Health-Projekte vorgestellt. Dazu gehören etwa:

- die Kasseler Stottertherapie, die die Techniker Krankenkasse (TK) anbietet – und die komplett online am heimischen PC erfolgen kann. Die Therapie setzt auf ein audio-visuelles Biofeedbackprogramm.

- die medizinische Televisite Rheingau: Im regionalen Klinikverbund des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden halten nicht nur die Ärzte der drei Kliniken in Wiesbaden, Rüdesheim und Bad Schwalbach ihre Fallbesprechungen und das wöchentliche Tumorboard per Videokonferenz ab, es gibt auch eine sektorübergreifende medizinische Televisite mit derzeit 16 niedergelassenen Haus- und Fachärzten im Rheingau-Taunus-Kreis.

- die App ApoJet des Apotheken-Rechen-Zentrums, über die Patienten Arzneimittel in der Apotheke vorbestellen können.

Ideenschmiede und Plattform für den Austausch

Die Plattform soll zusätzlich als Ideenschmiede dienen und den Austausch von Experten fördern. Außerdem bündelt sie Termine und Neuigkeiten rund um Telemedizinprojekte in Hessen. Sie ist Teil der E-Health-Initiative, die das Hessische Sozialministerium im August 2017 ins Leben gerufen hat.

Das Land stellt für Innovationsprojekte jährlich bis zu sechs Millionen Euro zur Verfügung. "Telemedizin bringt Diagnosen vom medizinischen Experten schnell zu den Patienten und überbrückt Distanzen.

Das wird perspektivisch gerade im ländlichen Raum eine wichtige Brücke sein, um Allgemeinmediziner und Fachärzte konsultieren und über bspw. eine Pflegekraft zuzuschalten, damit schnell medizinisch kompetenter Rat gegeben werden kann", sagte Grüttner.

Positives Feedback zu der neuen Plattform kommt auch von Kassenseite: "Schon heute werden in Hessen vielversprechende E-Health-Projekte umgesetzt", erklärt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

"Es ist daher ein richtiger Schritt, Patienten mit dem Projektatlas eine Informationsquelle zu digitalen Behandlungsangeboten zur Verfügung zu stellen."(reh)

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