Hessen

Initiative gegen MRE gestartet

Hessens Kliniken setzen sich für den Kampf gegen multiresistente Erreger ein. Ziel ist es zunächst, die Infektionswege nachzuvollziehen.

Veröffentlicht: 23.03.2016, 13:39 Uhr

WIESBADEN. In Hessen ist ein neues Qualitätssicherungsprojekt zu multiresistenten Erregern (MRE) und zur Infektionsvermeidung in Kliniken gestartet.

"Um eine Infektion mit multiresistenten Keimen zu vermeiden, ist zunächst eine gute Analyse der Übertragungswege zwingend", erklärte der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) bei der Vorstellung des Projekts.

"Wir möchten wissen, warum einige Krankenhäuser häufiger betroffen sind als andere."

Die "Initiative Patientensicherheit und Qualität Hessen" ist ein gemeinsames Projekt des Gesundheitsministeriums, der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) und der Kliniken im Land. Im Rahmen der Initiative werden nun zunächst Daten gesammelt und von der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) ausgewertet.

Ziel ist es herauszufinden, wie häufig Infektionen festgestellt werden, und auf welchem Weg die Keime in die Kliniken gelangen. Auf Basis dieser Daten sollen in Zukunft Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen erarbeitet werden.

Regelmäßige Auswertungen

Dazu erhalten die Krankenhäuser regelmäßig Auswertungen. "Damit wird schon in einer recht frühen Projektphase sichergestellt, dass die Kliniken konkrete Empfehlungen erhalten, wie einer MRE-Besiedlung von Patienten entgegengewirkt werden kann", sagte Rainer Greunke, geschäftsführender Direktor der HKG.

Schätzungen zufolge wird bei rund 20.000 stationär behandelten Patienten pro Jahr in Hessen eine Infektion mit MRE diagnostiziert.

Die Finanzierung der Initiative wird unter Beteiligung des Ministeriums von den hessischen Krankenkassen getragen. "Die Kliniken stehen angesichts neuartiger ‚Superkeime‘ vor großen Herausforderungen", erklärt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Techniker Kasse (TK) in Hessen.

"Kleinste Unachtsamkeiten können schwerwiegende Folgen haben." Voß hofft auf ein zügiges Ende der Analyse, sodass "bald die Entwicklung von konkreten Maßnahmen im Fokus steht". (jk)

Mehr zum Thema

Marburger Bund

Mehr Personal im ÖGD für Corona-Testungen nötig

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Exklusiv Nikotinsucht

Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden