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Projekt aus Lüneburg

Internet-Therapie für Depressive

Seit rund einem Jahr beschäftigen sich die Forscher der Lüneburger Leuphana Universität bereits mit Internet-Therapien. Nun soll ein Programm zur Behandlung der Depression hinzukommen. An dem Projekt sind auch die Kassen interessiert.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Mit Depression vor den Laptop?

Mit Depression vor den Laptop?

© istvanffy / fotolia.com

LÜNEBURG. Jeder fünfte Deutsche hat oder hatte laut Experten schon einmal mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen zu kämpfen. Doch Untersuchungen zeigen, dass nur die Hälfte der Betroffenen einen Arzt aufsucht.

Genau hier setzen die Internet-Programme an, die die Leuphana Universität Lüneburg derzeit entwickelt.

Denn mit der neuen Online-Behandlungsmethode bei Depressionen, an der ein Forscherteam der Universität tüftelt, können sich Betroffene selbst helfen - mit dem Computer, so die Wissenschaftler.

Die Entwicklung der Internet-Therapien begann vor rund einem Jahr, im Rahmen des sogenannten Innovationsinkubators, einem Förderprogramm der EU.

Unter anderem sind Online-Therapien entstanden, die bei Depressionen, Paniksymptomen, arbeitsbedingtem Stress, Schlafstörungen oder zu viel Alkoholkonsum helfen sollen. Ob diese Therapien auch tatsächlich wirksam sind, will die Universität nun testen. Rund 2000 Testpersonen können daran teilnehmen.

Internetbasierte Therapien haben laut der Universität viele Vorteile. Die Programme sind überall und zu jeder Zeit einsetzbar. Auch in Gebieten, in denen die Wege zum nächstgelegenen Psychotherapeuten weit sind.

Wer an den Programmen teilnimmt, hat online oder per Telefon stets Kontakt zu einem Coach, sodass auch eine individuelle Betreuung gewährleistet werden kann.

Die Wissenschaftler verstehen ihr Online-Angebot als Ergänzung, nicht als Ersatz für eine herkömmliche Psychotherapie. Mehr als 100 Studien weltweit belegen bereits, dass die Internet-Therapieprogramme recht gut wirken können.

In Australien wird die Teilnahme daran von Ärzten sogar per Rezept verschrieben. Auch in den Niederlanden, Großbritannien und Schweden haben die Online-Hilfen bereits einen festen Platz in der Gesundheitsversorgung.

In Deutschland ist das noch Neuland. Damit sich dies ändert, forschen die Wissenschaftler der Leuphana Uni unter anderem in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. Dort hofft man, dass mit den Programmen Geld gespart werden könnte.

Wenn die Maßnahmen zum Beispiel bewirken, dass sich Betroffene frühzeitig mit ihrer psychischen Erkrankung auseinandersetzen, können die Leiden eher behandelt werden.

Zurzeit fließen in Deutschland den Lüneburger Wissenschaftlern zufolge rund 30 Milliarden Euro pro Jahr in die Behandlung psychischer Erkrankungen.

Mehr Infos: www.geton-training.de

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