Telematikinfrastruktur

KBV winkt Ärzten mit dem Zaunpfahl

Ärzte, die sich nicht an die TI anschließen, könnten bald mehr verlieren als die bisher angedrohten Honorarkürzungen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Vor dem Wochenende hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) präzisiert, welche Konsequenzen Vertragsärzten drohen, wenn sie sich nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließen. Der Gesetzgeber habe Praxen bekanntlich verpflichtet, bis zum 31. März 2019 die notwendige Technik für den TI-Anschluss zu bestellen. Könnten sie das nicht nachweisen, müsse die KV diese Praxen rückwirkend zum 1. Januar 2019 mit einem Honorarabzug von einem Prozent sanktionieren, heißt es in einer Mitteilung der Körperschaft.

Wie genau die KV das umsetzt, entscheide sie selbst. Ärzte, die sich nicht an die TI anschlössen, verstießen allerdings zusätzlich gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. „Auch dafür können Sanktionen drohen, zum Beispiel ein Disziplinarverfahren“, beschreibt die KBV mögliche weitere Folgen.

In Zukunft soll die Sicherheit der TI außerdem weiter gestärkt werden, und das könnte nicht angeschlossene Praxen von der vertragsärztlichen Versorgung abhängen: Bestimmte Versichertenstammdaten, die bisher unverschlüsselt auf der Karte liegen, würden bald nur noch verschlüsselt dort abgelegt.

„Das betrifft auch abrechnungsrelevante Daten wie das DMP-Kennzeichen oder den Hinweis auf besondere Personengruppen“, so die KBV. Die Folge: „Lesbar sind diese Daten dann nur noch in Praxen, die an die TI angeschlossen sind.“ Das Datum für die Umsetzung dieser zusätzlichen Sicherheitsmaßnahme steht aber noch nicht fest. (ger)

Mehr zum Thema

Cyber-Attacke

Hackerangriffe auf mehrere israelische Krankenhäuser

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Kurt-Michael Walter

Bremsklotz GEMATIK : Nicht die Kassenärzte sind das Problem


Bremsklotz der Telematik-Infrastruktur TI sind nicht die Kassenärzte sondern die GEMATIK mbH eine Gesellschaft in der bekanntlich auch die KBV involviert ist.

Wenn diese Gesellschaft bereits eine Milliarde Euro für eine Plastikkarte (elektronische Gesundheitskarte, die bekanntlich nicht wesentlich mehr als eine normale Versicherungskarte kann, dann ist es wohl vernünftig wenn die Kassenärzte sich nicht von der KBV erpressen lassen eine nutzlose Technik ein zu führen.

Mehr als eine Milliarde Euro sind wohl mehr als nur ein Skandal.

Dipl.-Med Wolf Waitz

.........die provozieren am Ende

eine Eskalation!-wenn die KBV sich nicht besinnt,dann kann das ganze KV System wie die DDR zusammenbrechen!

P.-A. Oster

Diese Drohungen laufen doch ins Leere ...

Die KBV kann sich bei Vollzug ihrer Drohungen auf deftige juristische Konsequenzen einstellen!! Musterklagen liegen schon in den Schubladen ...


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Derzeit haben rund 400 Ärztinnen und Ärzte in Bayern die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangt. Künftig ist dies nicht mehr möglich.

© Mediteraneo / stock.adobe.com

80. Bayerischer Ärztetag

Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Update

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit