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E-Health

Kardiologie via Smartwatch

Nutzer der Apple Watch 4 können ab sofort auch in Europa ein qualitativ hochwertiges Ein-Kanal-EKG aufzeichnen. Die Uhr warnt zudem recht zuverlässig vor Vorhofflimmern.

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Uhr und EKG am Handgelenk: Zeigefinger aufs Einstellrädchen und los geht es mit der Messung.

Uhr und EKG am Handgelenk: Zeigefinger aufs Einstellrädchen und los geht es mit der Messung.

© Apple

BERLIN. Uhr am Handgelenk, Zeigefinger aufs Einstellrädchen und los: Dank zweier neuer elektrischer Sensoren auf der Rückseite und in der Krone der Uhr, kann die Apple Watch 4 jetzt ein elektrisches Ein-Kanal-EKG aufzeichnen. Am Ende liegt ein „Rhythmusstreifen“ von 30 Sekunden Länge vor, mit QRS-Komplexen und allem, was dazugehört. Er wird in die Health-App des iPhones übertragen und kann von dort als PDF-Dokument beliebig versandt werden.

Im September 2018 hatte die FDA die EKG-App bereits als Medizinprodukt zum Erkennen von Vorhofflimmern/Sinusrhythmus zugelassen, ebenso wie einen Warnalgorithmus für Vorhofflimmern, der mit dem (optischen) Pulssensor der Uhr arbeitet. Die europäischen Behörden erteilten beide Zulassungen Mitte Februar dieses Jahres. Die Uhr selbst ist kein Medizinprodukt.

Die Zulassung der EKG-App erfolgte auf Basis einer Validierungsstudie mit 600 Probanden. 12 Prozent der EKG-Streifen waren nicht auswertbar. Für die übrigen 88 Prozent betrugen die Sensitivität für die Diagnose Vorhofflimmern verglichen mit Goldstandard-EKG nach Angaben Apples 98,3 Prozent und die Spezifität 99,6 Prozent. Ein Sinusrhythmus wurde bei neun von zehn Probanden mit auswertbarem EKG korrekt erkannt.

Kardiologen sind beeindruckt: „Das ist ein Ein-Kanal-EKG von exzellenter Qualität. Es steht anderen Ein-Kanal-EKGs in nichts nach“, soProfessor Thomas Deneke vom Rhön-Klinikum Bad Neustadt. Klinisch spannend ist die EKG-Funktion unter anderem bei Patienten mit gelegentlichen Rhythmusstörungen. Hier tritt die Uhr in Konkurrenz zu Langzeit-EKG und Loop-Rekordern.

Die Apple Watch im Einsatz bei unserem Autor im Selbsttest

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Veröffentlicht: 27.03.2019 © Springer Medizin

Apple selbst zielt vor allem auf die Indikation Vorhofflimmern. Der auf dem optischen Sensor basierende Algorithmus generiert eine Warnung, wenn fünf von sechs Messungen über 48 Stunden pathologisch sind.

In der vor knapp zwei Wochen vorgestellten Apple Heart Studie lag bei 84 von 100 Warnungen tatsächlich Vorhofflimmern vor. Künftig könnte der Uhrträger bei einer Warnung gleich selbst ein EKG aufzeichnen und seinem Arzt schicken.

Die Frage ist, was der damit tut. Dass eine Antikoagulation bei Screening-detektiertem Vorhofflimmern pauschal nutzt, ist unbewiesen. Neue Daten sind aber in Sicht: Apple startet Ende 2019 die randomisierte „Heartline“-Studie, die bei bis zu 180.000 Menschen ab 65 ein Smartwatch-Screening inklusive gegebenenfalls Behandlung mit Standardversorgung ohne Screening vergleicht – hinsichtlich klinischer Endpunkte wie Schlaganfall und Tod. (gvg)

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