Keine Mindestmengen für Kliniken bei Frühchen

BERLIN (dpa/ger). Frühgeborene dürfen in Deutschland zunächst weiter auch in Kliniken mit weniger Erfahrung versorgt werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am Donnerstag entschieden.

Veröffentlicht:

Ursprünglich wollte der GBA, dass nur noch besonders erfahrene Kliniken mit mindestens 30 Fällen pro Jahr Früh- und Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm versorgen dürfen. Doch der Beschluss wurde am Donnerstag bis auf weiteres ausgesetzt.

Einige Kliniken hatten beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg dagegen geklagt und das Gericht hatte im Eilverfahren die alte Regelung ohne Mindestmengen bestätigt.

Nun entschied der Ausschuss, seinen Beschluss bis zur grundsätzlichen Entscheidung des Gerichts weiter außer Vollzug zu lassen. Die Entscheidung des Gerichts in der Hauptsache wird noch in diesem Jahr erwartet.

Kleine Frühgeborene haben nach Auffassung von Ärzten bessere Überlebenschancen, wenn sie in größeren Spezialkliniken entbunden werden.

Die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, versicherte nach der Entscheidung des GBA: "Wir setzen uns weiterhin für eine verbindliche Mindestmenge als Voraussetzung für die Frühchenversorgung in den Krankenhäusern ein."

Pfeiffer mahnte, die ökonomischen Interessen einzelner Krankenhäuser dürften sich nicht zulasten der Qualität durchsetzen. Die Kliniken argumentieren unter anderem, bei einer Begrenzung hätten die Betroffenen weitere Wege.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Wechselwirkungen

Diese Medikamente sind bei Herzinsuffizienz riskant

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen