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Pädiatrie

Kinderkliniken in "bedrohlicher Lage"

Die Stiftung Kindergesundheit beklagt die Folgen der Ökonomisierung für die Kindermedizin.

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MÜNCHEN. Die Stiftung Kindergesundheit fordert für die Behandlung von Kindern, die an schweren, komplexen, chronischen und seltenen Erkrankungen leiden, umgehend eine faire und kostendeckende Vergütung, die sich am tatsächlichen Behandlungs- und Pflegeaufwand orientiert.

Es sei dringend notwendig, den besonderen Bedürfnissen kranker Kinder auch unter den Bedingungen einer zunehmend ökonomisierten Medizin gerecht zu werden.

"Die meisten Kinderkliniken und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin befinden sich in einer bedrohlichen Lage. Sie werden immer häufiger zu Verlierern in einem System, das auf die Bedürfnisse ihrer kleinen Patienten aus wirtschaftlichen Gründen kaum noch Rücksicht nimmt", so Stiftungs-Vorsitzender Professor Berthold Koletzko.

"Kinderkliniken sind chronisch unterfinanziert und machen Verluste. Die Pflegekräfte und Ärzte sind überlastet und es fehlen Arbeitskräfte, um die Versorgung in der bisher gewohnten und für Kinder so wichtigen hohen Qualität aufrecht zu erhalten", ergänzt Koletzko.

Kranke Kinder benötigten einen etwa 30 Prozent höheren Personalaufwand als Patienten in der Erwachsenenmedizin, betont die Stiftung Kindergesundheit. Kinderkliniken müssten Betten vorhalten für ganz unterschiedliche Patientengruppen: von Frühgeborenen, die weniger als 500 Gramm wiegen, bis zu Jugendlichen mit mehr als 150 Kilogramm Gewicht. Sie bräuchten Betten für saisonal auftretende Infektionswellen und für Kinder mit unterschiedlichem Alter und mit stark voneinander abweichenden Bedürfnissen.

Die flächendeckende Betreuung durch Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin weise bereits seit Jahren immer größere Lücken auf: Seit 1991 sei jede fünfte Kinderabteilung geschlossen, in der stationären Kinderheilkunde seien vier von zehn Betten abgebaut worden. Die Folge seien unter anderem riskante Transporte in weit entfernte Kliniken. (maw)

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