Investitionsstau

Kliniken: Bundesländer vernachlässigen ihre Pflicht

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Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat den Bundesländern schwere Versäumnisse vorgeworfen. Die Länder vernachlässigten ihre Pflicht, die Investitionskosten der Häuser auskömmlich zu finanzieren.

Allein in den vergangenen zehn Jahren habe sich deshalb ein Investitionsstau von mindestens 30 Milliarden Euro aufgetürmt, heißt es in einer von der Kliniklobby erstellten „Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung“. Diese wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt.

DKG: Deutsche Kliniken fallen international zurück

„Die Länder stellen weiterhin nicht die dringend notwendigen Finanzmittel bereit“, sagte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß.

Deutschlands Kliniken drohten deshalb den Anschluss an internationale Standards zu verlieren. Bei der Digitalisierung seien die Häuser „weit hinter anderen Staaten zurück“. Auch für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und ein attraktives Arbeitsumfeld in den Kliniken seien dringend Investitionen erforderlich, betonte Gaß.

Die Bestandsaufnahme der DKG zeigt außer den länderspezifischen Verfahren und Methoden der Krankenhausplanung auch die Entwicklung der Investitionsförderung seit Anfang der 1990er Jahre bis zum Jahr 2018.

Dabei ist den Angaben zufolge das Gesamtvolumen der Mittel zuletzt nur leicht gestiegen – von knapp 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 3,04 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Bayern hat um 140 Millionen Euro aufgestockt

Maßgeblich dafür sei Bayern, das seine Fördermittel um rund 140 Millionen Euro aufgestockt habe, heißt es in dem Bericht der Krankenhausgesellschaft.

Der leichte Aufwärtstrend in einigen wenigen Bundesländern werde die „gewaltige Investitionslücke“ von knapp vier Milliarden Euro pro Jahr aber nicht schließen können. (hom)

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