Knausrige Länder

Kliniken fehlen mehr als drei Milliarden Euro

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BERLIN. Die Länder halten die Krankenhäuser weiterhin kurz. Für Investitionen in medizinische Großgeräte sowie in Instandhaltung der Kliniken und Neubauten gaben sie 2017 rund 2,8 Milliarden Euro aus. Der tatsächliche Investitionsbedarf hätte jedoch bei 6,38 Milliarden Euro gelegen.

Das geht aus einer Bestandsaufnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Landeskrankenhausgesellschaften hervor, die am Donnerstag vorgelegt wurde.

Für 2018 gehen die Krankenhausgesellschaften von einem weiteren Anstieg des Investitionskostenbedarfs auf 6,45 Milliarden Euro aus. Der Wert wird aufgrund von Fallzahlsteigerungen und dem Baupreis-Index ermittelt. 46 Kalkulationskrankenhäuser haben die Daten für die Investitionsbewertungsrelationen geliefert. 2016 hatte der Investitionsbedarf demnach bei sechs Milliarden Euro gelegen bei ebenfalls 2,8 Milliarden Euro tatsächlich ausgeschütteter Mittel.

Ausweislich der Bestandsaufnahme ist die Zahl der Krankenhäuser von 1991 bis heute um knapp 20 Prozent von 2411 auf 1951 gesunken. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Betten um rund 25 Prozent auf 498.718. Deutlich zugenommen hat dagegen demnach die Zahl der stationären Behandlungsfälle, nämlich von 14,6 Millionen auf 19,5 Millionen.

Vertreter der DKG haben angekündigt, die Diskussion um die "Investitionsmisere" in die Beratungen der "Konzertierten Aktion Pflege" einzubringen.

Die gute Konjunktur verschaffe den Ländern Spielraum, ihren Investitionsverpflichtungen in vollem Umfang nachzukommen, kommentierte Marburger Bund-Chef Rudolf Henke die aktuellen Zahlen. Die ersatzweise aus den Fallpauschalen finanzierten Investitionen bänden Mittel, die an der für die Patientenversorgung notwendigen Personalausstattung eingespart würden, sagte Henke. (af)

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