Recht

Kollegen beleidigt? - Kündigung möglich

Veröffentlicht:
Wer Kollegen beleidigt und bedroht, muss mit fristloser Kündigung rechnen. © Orlando Florin Rosu / fotolia.com

Wer Kollegen beleidigt und bedroht, muss mit fristloser Kündigung rechnen. © Orlando Florin Rosu / fotolia.com

© Orlando Florin Rosu / fotolia.com

NEU-ISENBURG (reh). Mitarbeiter, die ihre Kollegen bedrohen und beleidigen, stören den Betriebsfrieden. Daher darf ihnen auch fristlos gekündigt werden, erklärt der Kieler Fachanwalt für Arbeitsrecht Jens Klarmann. Vor allem dann, wenn ein solches Verhalten vorher bereits vom Arbeitgeber abgemahnt worden ist, aber nicht abgestellt wurde. Das gehe aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein hervor (Az.: 3 Sa 224/09). 

Die vor Gericht klagende Bäckereiverkäuferin war 31 Jahre alt und seit 7,5 Jahren bei der Arbeitgeberin beschäftigt. Sie war zunächst circa drei Wochen vor Erhalt der Kündigung vom Arbeitgeber aufgefordert worden, die neue Auszubildende vernünftig zu behandeln und nicht vor Kunden zu kritisieren. Eine Woche später wurde sie auf Veranlassung der Filialleiterin zu einem Personalgespräch gebeten. Daraufhin hatte die Verkäuferin der Auszubildenden vorgeworfen, sie sei schuld an diesem erneuten Gespräch. Dabei hatte sie mit der Hand ganz nah an deren Hals gestikuliert. Die Auszubildende brach in Tränen aus. 

Am Folgetag wurde die Klägerin vom Arbeitgeber angewiesen, gegenüber der Auszubildenden und Kolleginnen einen angemessenen Ton zu wahren sowie Beschimpfungen und Bedrohungen zu unterlassen. Das sei ihre letzte Chance. 

Direkt danach fuhr die Verkäuferin in die Filiale und drohte einer neuen Arbeitskollegin unter anderem: "Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt". Klarmann: "Darauf sprach der Arbeitgeber die fristlose Kündigung aus. Das war zulässig, entschied nun das LAG Schleswig-Holstein."

Mehr zum Thema

Telematikinfrastruktur

Hartmannbund wendet sich gegen TI-Sanktionen

Fehlende Verkehrstauglichkeit?

Gericht: Auch Blinde können mit Elektrorollstuhl umgehen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Wunsch nach Hilfe bei der Selbsttötung, ist bei Patienten im Pflegeheim keine Seltenheit. Ärzte und Pfleger sollten sich im Team besprechen und das Vorgehen unbedingt dokumentieren.

© rainbow33 / stock.adobe.com (Symbolbild)

Leitfaden für Ärzte

Sieben Tipps zum Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt betont: Ärzte arbeiten nicht gern im ruinösen Wettbewerb.

© Wolfgang Kumm / dpa / picture alliance

Im Vorfeld des 125. Ärztetags

Bundesärztekammer stellt zwölf Forderungen an künftige Regierung

Noch ist er violett: Für die neue Formulierung von ComirnatyTextbaustein: war wird der Deckel eine andere Farbe haben.

© Sina Schuldt / dpa

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter