Krankenkassen zieht es immer öfter vor den Kadi

Nordrhein-Westfalens Sozialgerichte verzeichnen für 2010 eine deutliche Zunahme der Streitfälle mit Krankenkassen.

Veröffentlicht:
Gesetzestexte beim Sozialgericht: In NRW ist die Zahl der Klagen zur GKV im letzten Jahr angestiegen.

Gesetzestexte beim Sozialgericht: In NRW ist die Zahl der Klagen zur GKV im letzten Jahr angestiegen.

© dpa

KÖLN (iss). Die acht Sozialgerichte in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Klagen zur gesetzlichen Krankenversicherung registriert. Die Zahl der Verfahren nahm um 7,4 Prozent auf 7513 zu.

Nach Angaben des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen in Essen (LSG) gab es mehr Auseinandersetzungen zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern über Klinikabrechnungen.

Beschäftigt haben die Gerichte verstärkt die Forderungsausfälle der Kassen durch die ehemaligen Nichtversicherten, die nach der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ihre Beiträge schuldig blieben.

Auch Schönheitsoperationen und andere medizinisch nicht indizierte Eingriffe seien immer wieder ein Streitpunkt zwischen Kassen und Versicherten, sagt LSG-Sprecher Dr. Matthias Röhl.

Im Jahr 2010 verzeichneten die Sozialgerichte insgesamt 91.160 Klagen und Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz.

Das war eine Steigerung von 4,6 Prozent. Die meisten Verfahren gab es in den Sachgebieten Grundsicherung für Arbeit mit 29.197 und Schwerbehindertenrecht mit 18.316. Vertragsarzt- und Vertragszahnarztangelegenheiten machten mit 1025 nur einen kleinen Anteil der Verfahren aus.

Hier gab es bei den Gerichten einen Rückgang um 13,4 Prozent. In der zweiten Instanz vor dem LSG stieg die Zahl dieser Verfahren allerdings deutlich um 26 auf 131. Einen Schwerpunkt der Auseinandersetzungen kann das LSG dabei nicht erkennen.

Auch beim LSG machte die Grundsicherung für Arbeit mit 2185 der 7125 Verfahren das Hauptarbeitsgebiet aus, gefolgt von der Rentenversicherung (1288) und der Unfallversicherung (833).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vertragsärztliche Berufspolitik

KV Bremen: Kein Kassenrezept nach Privatarzt-Konsultation

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?