Verpflegung zu Corona-Zeiten

Kreative Konzepte der Klinik-Kantinen

Wegen der Corona-Pandemie haben viele Betriebsrestaurants an den Krankenhäusern nur eingeschränkt geöffnet. Um die Versorgung sicherzustellen, entwickeln die Betreiber kreative Konzepte.

Von Kathrin HandschuhKathrin Handschuh Veröffentlicht:
So geht es auf keinen Fall zu Pandemiezeiten: Die Klinikgastronomie hat eine Reihe coronakonformer Konzepte entwickelt.

So geht es auf keinen Fall zu Pandemiezeiten: Die Klinikgastronomie hat eine Reihe coronakonformer Konzepte entwickelt.

© Franziska Kraufmann / dpa

Neu-Isenburg. Wegen der Corona-Pandemie sind viele Mitarbeiter-Kantinen und Gastronomiebereiche an den Krankenhäusern nur eingeschränkt geöffnet. Doch wie stellen die Krankenhäuser die Versorgung der Mitarbeiter und Besucher sicher? Die „Ärzte Zeitung“ hat sich bei verschiedenen Betreibern umgehört:

Der französische Groß-Caterer ist deutschlandweit in rund 40 Krankenhäusern mit Betriebsgastronomie und Cafeterien vertreten. Die Kantinen für die Mitarbeiter der Einrichtungen sind weiterhin geöffnet. Um die strengen Hygienemaßnahmen zu gewährleisten, setzt das Unternehmen unter anderem auf digitale Tools.

„Im Uniklinikum Tübingen helfen beispielsweise Sensoren unter den Tischen und an den Zugängen, die Besucherströme zu regulieren“, erläutert Sprecher Alexander Weiß. Über eine Live-Anzeige auf Monitoren und per App können die Gäste erkennen, ob der Zutritt zu den Restaurants möglich ist.

Die öffentlichen Gastronomiebereiche seien dagegen für den Vor-Ort-Verzehr überwiegend geschlossen, hätten aber auf Angebote zum Mitnehmen umgestellt. Hier würden vor allem Brötchen und Gebäck statt warmer Mahlzeiten angeboten, so Weiß. Damit nicht für alle Catering-Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet werden müsse, würde ein Teil in der Reinigung der Kliniken eingesetzt.

„Seit Beginn der Krise stocken wir das Kurzarbeitergeld auf. Außerdem haben wir ein weltweites Mitarbeiterhilfsprogramm für bedürftige Kollegen auf den Weg gebracht.“

Die Wisag Care Catering ist aktuell für die Speiseversorgung in 16 Krankenhäusern in Deutschland verantwortlich. Die Mitarbeiterrestaurants sind mit Einschränkungen geöffnet, von den öffentlichen Cafeterien hätten etwa 20 Prozent geschlossen, heißt es auf Nachfrage. „Der Fokus liegt auf To-go-Produkten, so gibt es zum Beispiel unser Verpflegungskonzept „Bread & Tasty“, sagt Matthias Hofmann, Geschäftsführer der Wisag Catering.

Um Kontakte zu vermeiden, könnten die Patienten in einigen von wisag betriebenen Kliniken außerdem Kosmetikartikel, Schreibwaren, aber auch Snacks und Getränke - die sonst in den Kiosks erhältlich sind - per QR-Code bestellen und sich aufs Zimmer bringen lassen. „Für Klinikmitarbeiter haben wir eine App entwickelt, die Vorbestellungen und digitales Bezahlen von Mahlzeiten ermöglicht.“

Obendrein seien an einigen Standorten Lieferservices aufgebaut worden – etwa per Lieferrad auf dem Gelände des Universitätsklinikum Leipzig.

Bei Deutschlands größtem Klinikbetreiber sind die Kantinen für die Mitarbeiter nach wie vor zugänglich, sagt Pressesprecherin Constanze von der Schulenburg. Dementsprechend müsse von den rund 750 Kantinen-Mitarbeitern auch keiner in Kurzarbeit.

Die Patienten würden wie bislang auch auf den Stationen versorgt und könnten an einigen Standorten außerdem die Kioske nutzen, um Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen.

Die Gesellschaft betreibt Krankenhäuser in Bad Neustadt, Frankfurt/Oder und Bad Berka sowie die Uniklinken Gießen und Marburg. An allen Standorten gibt es Mitarbeiterrestaurants, die trotz Corona offen sind. In Marburg kann sich das Klinikpersonal an wechselnden Foodtrucks mit Salaten, Suppen, Burger, Pizza oder Bratwurst versorgen.

Zusätzlich offeriert die Uni-Mensa Gerichte zum Mitnehmen. Das Essen könne unter Einhaltung der aktuell geltenden Hygienemaßnahmen im zentralen Mitarbeiterpausenraum oder den Aufenthaltsräumen der einzelnen Abteilungen eingenommen werden, so eine Sprecherin.

Das Hygienekonzept der Mitarbeiter-Casinos und Gastrobereiche an der LMU beinhaltet beispielsweise Einzel- oder Zweiertische, an denen die Abstandsregelung eingehalten werden müssten, heißt es. Außerdem trügen Hand-Desinfektionsmittel, Markierungen auf dem Boden sowie für die Kunden bereits vorkommissionierte Tabletts mit Besteck und Serviette dazu bei, Infektionen zu vermeiden.

Die Casinos komplett zu schließen oder ausschließlich Mahlzeiten zum Mitnehmen anzubieten, hält die Klinik nicht für sinnvoll: „Dann würden die Mitarbeiter in den Stationszimmern oder Büros essen. Dabei kann der Mindestabstand nicht mehr eingehalten werden“, so eine Sprecherin der LMU.

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