E-Zigarette

Krebshilfe will, dass Tabakwerbung sich in Rauch auflöst

Tabak, E-Zigaretten und Tabakerhitzer sollten ausnahmslos nicht beworben werden dürfen. Das fordert der Chef der Deutschen Krebshilfe Gerd Nettekoven. Schadstoffärmer bedeute nicht gesund.

Veröffentlicht: 26.04.2019, 12:53 Uhr
„Beschämendes Schlusslicht“: Die Deutsche Krebshilfe ist pro Werbeverbot für Tabakerhitzer.

„Beschämendes Schlusslicht“: Die Deutsche Krebshilfe ist pro Werbeverbot für Tabakerhitzer.

© Friso Gentsch / dpa

BERLIN. Nach Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat auch die Deutsche Krebshilfe ein umfassendes Werbeverbot für Tabak gefordert, das zugleich für E-Zigaretten und Tabakerhitzer gelten soll. Deutschland sei bei den Werbeverboten europaweit ein „beschämendes Schlusslicht“, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Freitag.

Dies gelte für die Außenwerbung auf Plakatwänden ebenso wie für Werbung im Kino nach 18.00 Uhr.

Mögliche weitere Werbeverbote in Deutschland müssten auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten erfassen: „Auch wenn diese Produkte im Vergleich zu Tabakrauch schadstoffärmer sind, bedeuten sie für ihre Konsumenten dennoch eine Gesundheitsgefährdung“, betonte Nettekoven. Speziell junge Menschen und Nichtraucher könnten durch sie in eine Nikotinabhängigkeit geraten.

Vorbild Frankreich: Tabaksteuer erhöhen!

Nettekoven forderte zugleich, die Tabaksteuer regelmäßig zu erhöhen. Er verwies auf das Beispiel Frankreich, wo eine Packung Zigaretten aktuell 8,80 Euro koste. Der Tabakkonsum koste Menschenleben und Milliarden Euro.

Auch die Allgemeinheit zahle einen hohen Preis: „Die tabakbedingten Kosten betragen bundesweit jährlich mindestens 80 Milliarden Euro: 25,4 Milliarden Euro entstehen dem Gesundheitssystem, 53,7 Milliarden Euro sind für Produktionsausfälle und Frühverrentungen zu veranschlagen.“

In die lange festgefahrene Debatte um ein Verbot der Tabakwerbung auf Plakatflächen ist Bewegung gekommen, nachdem die Union generellen Widerstand dagegen aufgegeben hat. Nunmehr wird darüber diskutiert, bestehende Beschränkungen auf Außenwerbung und Kinos auszuweiten. Offen ist, ob nur klassische Tabakprodukte einbezogen werden sollen. (dpa)

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Nicht alle Vordrucke, die Ärzte auf den Schreibtisch bekommen, müssen ausgefüllt werden.

Tipps von Ärzten

So lässt sich die Formular-Flut bewältigen

Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Freitag noch einmal die Bedeutung der Organisation beim Kampf gegen Pandemien hervorgehoben.

EU-Treffen zu Corona

Spahn würdigt WHO und fordert Reformen

Bestimmte Nahrungsmittel, zum Beispiel Lachs, Leinöl, Rosenkohl, Walnüsse und Avocado sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

Studie

Viel Omega-3 könnte Herzinfarkt-Patienten helfen