Lebensversicherer halten Überschüsse in der Krise stabil

KÖLN (akr). Kunden vieler Lebensversicherer können trotz der immer noch andauernden, weltweiten Finanzkrise mit einer stabilen Gewinnbeteiligung rechnen.

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Marktführer Allianz Leben hält auch in diesen Krisenzeiten an der Überschussbeteiligung von 4,5 Prozent und einem Schlussüberschuss von 0,6 Prozent fest. Auch die R+V, die Gothaer und andere senken ihre Ausschüttungen nicht. Die Debeka senkt die Überschussbeteiligung zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent, erhöht aber die Schlussüberschussbeteiligung. "Die Ablaufleistung für den Kunden bleibt gleich", betont Vorstand Roland Weber.

Der Schnitt beim Überschuss betrug 4,34 Prozent.

Die Lebensversicherer legen die Überschussbeteiligung für klassische Policen im Herbst für das kommende Jahr fest. 2008 lag sie im Schnitt bei 4,34 Prozent. Beobachter hatten aufgrund der Finanzkrise eine breite Senkung erwartet. Die Deklaration der Allianz Leben ist für die Branche ein wichtiges Signal, weil sich die Konkurrenz daran orientiert. "Die Lebensversicherer wollen Stärke zeigen", sagt Reiner Will von der Kölner RatingAgentur Assekurata. "Dass die Überschussbeteiligung durch die Kapitalmarktkrise hinweg konstant geblieben ist, ist ein gutes Verkaufsargument." Die Frage sei allerdings, wie hoch die stillen Lasten seien. Stille Lasten entstehen, wenn der Einkaufswert von Kapitalanlagen unter den Marktwert fällt. Viele Versicherer haben stille Lasten in den Büchern.

Das gilt auch für die Debeka. Trotzdem sei der Umbau der Verzinsung keine Folge der Finanzkrise, sondern die Vorbereitung auf neue Vorschriften zum Eigenkapital, sagt Vorstand Weber. Je nach Vertragslaufzeit beträgt die Verzinsung mit Schlussüberschuss 5,5 bis 5,6 Prozent. Die Überschussbeteiligung wird Kunden jährlich gutgeschrieben und kann ihnen nachträglich nicht genommen werden. Die zugewiesene Schlussüberschussbeteiligung erhalten sie am Ende des Vertrags, der Versicherer kann sie aber vor der Ausschüttung in schlechten Zeiten zurückholen. Die für diese Ausschüttung angesammelten Mittel erkennt die Aufsicht als Eigenmittel des Versicherers an.

Zu den bislang wenigen Versicherern mit leicht sinkender Überschussbeteiligung gehören die Basler und die Münchener-Rück-Töchter Hamburg-Mannheimer und Victoria.

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