Medizintechnik

Ganz vorne dabei

Die Medizintechnikbranche hat auch 2017 ihren Spitzenplatz bei den Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt verteidigt. Innerhalb der Branche bilden US-Anbieter weiter die Speerspitze.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

BRÜSSEL/MÜNCHEN. Die Medizintechnik verteidigte beim Europäischen Patentamt auch 2017 ihre Spitzenposition als aktivstes Technologiefeld. Wie aus dem EPA-Jahresbericht 2017 hervorgeht, verzeichnete die Medizintechnikbranche gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 6,2 Prozent auf 13.090 Patentanmeldungen.

Arzneimittel finden sich im Branchenvergleich auf Rang acht mit 6330 Patentanmeldungen (+8,1 Prozent), gefolgt von der Biotechnologie mit 6278 Patentanmeldungen (+14,5 Prozent). Insgesamt seien beim EPA 2017 rund 166.000 Patentanmeldungen eingereicht worden – 3,9 Prozent mehr als 2016 und ein neuer Höchstwert.

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Philips weiter Branchenprimus

Philips stand innerhalb der Medizintechnikbranche mit 686 Patentanmeldungen weiter auf der Pole-Position der Unternehmen – 2016 hatte es noch 761 Anmeldungen eingereicht. Johnson & Johnson verdrängte mit 599 Anmeldungen Medtronic (478) von Platz zwei.

Olympus (375) und Boston Scientific (231) hielten die Ränge vier und fünf. Weiter einziges deutsches Unternehmen unter den Top Ten der Medizintechnik war Fresenius auf Rang neun mit 120 vor Samsung (109). Die Plätze sechs bis acht belegten Sanofi mit 206 Patentanmeldungen beim EPA im vergangenen Jahr, Procter & Gamble (196) und Becton Dickinson (126).

Nach Ländern betrachtet, führten die USA den Medizintechniksektor mit 4872 Patentanmeldungen (2016: 4606) beim EPA weiter unangefochten an. Rang zwei verteidigte Deutschland mit 1340 (1323) Anmeldungen vor – ebenfalls konstant – Japan auf dem dritten Platz mit 1217 (1102) Patentanmeldungen.

In Deutschland auf Rang vier

Ein Blick in die EPA-Daten zu Deutschland offenbart, dass in puncto Patentanmeldungen 2017 das Technologiefeld "Elektrische Maschinen und Geräte, Energie" mit 1966 Einreichungen (+ 5,1 Prozent gegenüber 2016) führend war. Auf Rang zwei folgte der Transport (1877/-3,7 Prozent), auf Rang drei die Messtechnik (1436/+2,8 Prozent).

Die Medizintechnik (1340/+2,1 Prozent) belegte Rang vier, gefolgt von der Organischen Feinchemie (1293/-2,0 Prozent). Siemens (2220 Patentanmeldungen) führte 2017 in Deutschland die Liste der anmeldefreudigsten Unternehmen an, gefolgt von Bosch (1412), BASF (1265), Bayer (880), Continental (629), Merck (488), der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung (460), Henkel (375), Evonik (312) und Audi (280) auf Platz zehn.

Huawei weltweit führend

Das erste Mal in der Geschichte des EPA stand mit Huawei ein chinesisches Unternehmen im Jahresbericht an der Spitze der Firmen mit den meisten Patentanmeldungen – 2017 waren es 2398. Der chinesische IT-Riese ist unter anderem in Smart Health-Projekten unterwegs, zum Beispiel in Groningen gemeinsam mit der Universitätsklinik Groningen, einer der größten medizinischen Einrichtungen Europas. Siemens (2220) rückte auf den zweiten Platz vor, gefolgt von LG, Samsung und Qualcomm, Philips, United Technologies, Intel, Bosch und Ericsson.

"In Bezug auf Patente war 2017 ein positives Jahr für Europa", resümierte EPA-Präsident Benoît Battistelli bei der Vorstellung des Jahresberichtes in Brüssel. "Die wachsende Nachfrage nach europäischen Patenten bestätigt Europas Attraktivität als führender Technologiemarkt", so Battistelli.

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