Forschungsprojekt

Medikamente sollen per Drohne ins Krankenhaus kommen

Die Bundeswehr-Universität in München arbeitet an Plänen für Arzneimittel-Lieferungen aus der Luft. Kliniken mit eigener Apotheke sollen so kleinere Häuser mitversorgen.

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Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen den Austausch von Medikamenten zwischen Großkliniken und kleineren Häusern ermöglichen.

Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen den Austausch von Medikamenten zwischen Großkliniken und kleineren Häusern ermöglichen. (Symbolbild)

© haryigit / Getty Images / iStock

München. Medikamente sollen künftig aus der Luft von einer Klinik zur anderen gebracht werden. Wissenschaftler der Bundeswehr-Universität entwickeln derzeit ein Verfahren zur dynamischen Routenwahl für Drohnen-Flüge. Die unbemannten Luftfahrzeuge sollen den Austausch von Medikamenten zwischen Großkliniken und kleineren Häusern ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung der Uni.

Das Verbundforschungsprojekt „MEDinTime“ soll eine zuverlässige und sichere Versorgung regionaler Kliniken mit Medikamenten realisieren. Dafür würden automatisiert betriebene UAS (unbemannte Luftfahrzeugsysteme, umgangssprachlich Drohnen) eingesetzt und Verfügbarkeitsdaten in Echtzeit bereitgestellt.

Der Lehrstuhl für Regelungstechnik und Elektrische Messtechnik entwickelt eine dynamische Flugplanung. Partner bei MEDinTime sind das Luft- und Raumfahrtunternehmen Quantum-Systems, das Klinikum Ingolstadt, die TH Ingolstadt, der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und das Bayerische Rote Kreuz.

Apotheke aus der Luft

Ziel sei es, dass Großkliniken mit eigener Apotheke künftig kleinere Krankenhäuser mit Medikamenten versorgten. Die Kosten für Kliniken und das Gesundheitssystem könnten dadurch enorm verringert werden, ohne dass die Versorgung der Patienten beeinträchtigt werde, heißt es.

Da die Lieferung im Luftraum stattfindet, könnten Medikamente so schnell wie möglich an Kliniken geliefert werden. Die Drohnen werden mit einer abnehmbaren, intelligenten und klimatisierten Transportbox ausgestattet.

Alle Flüge sollen vom Start bis zur Landung vollautomatisch ablaufen. Besondere Herausforderungen an die Steuerungstechnik: Die Wetterlage, größerer Menschenansammlungen oder temporäre Hindernisse wie Baukräne. Auch unterschiedliche Tag- und Nachtrouten sowie eine statistische Verteilung der Überflüge müssen bedacht werden. (kaha)

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