KBV und BÄK planen

Mehr Praxisbezug in der Ausbildung

KBV und BÄK wollen die Weiterbildung in Klinik und Praxis auf vollständig neue Füße stellen - und dabei die ambulante Weiterbildung stärken.

Von Jonas Tauber Veröffentlicht:
Mehr Praxisbezug in der Ausbildung fordern KBV und BÄK.

Mehr Praxisbezug in der Ausbildung fordern KBV und BÄK.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

BERLIN. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Bundesärztekammer (BÄK) wollen die ambulante Weiterbildung stärken, um dem gestiegenen Versorgungsbedarf gerecht zu werden.

"Bisher ist die Weiterbildung überwiegend stationär. Es muss uns gelingen, sie sektorenübergreifend und ohne Unterbrechung zu organisieren", sagte KBV-Vorstand Regina Feldmann bei der Fachtagung "Praxisorientierung in Aus- und Weiterbildung - Best Practices und Perspektiven."

Veränderungen seien notwendig, um die Weiterbildung gerade in der Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten.

So ergab im vergangenen Jahr eine Umfrage unter Medizinstudenten im Auftrag der KBV, dass sich nur zehn Prozent eines Studienjahrgangs für die Weiterbildung zum Allgemeinarzt und damit zum Hausarzt entscheiden.

Ähnliche Ergebnisse lieferte nun eine Umfrage des Hartmannbundes, an der 7500 Medizinstudenten teilgenommen haben. Demnach streben 8,9 Prozent der Befragten die Allgemeinmedizin als Fachrichtung an.

"Masterplan Medizinstudium 2020" kommt gut an

Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der BÄK, forderte am Dienstag: "Wir müssen alles tun, um die ambulante Weiterbildung zu stärken." Derzeit mache sich die Kammer für eine stärkere Berücksichtigung der ambulanten Weiterbildung in der Musterweiterbildungsordnung stark.

Beide Seiten begrüßten, dass die Politik offenbar den Handlungsbedarf bei Aus- und Weiterbildung erkannt hat und sich die Regierung im Koalitionsvertrag auf einen "Masterplan Medizinstudium 2020" verständigt hat.

Entscheidend für eine stärker auf die ambulante Versorgung ausgerichtete Weiterbildung sei, dass die Finanzierung sektorenunabhängig organisiert wird. Es müsse Schluss sein mit der Benachteiligung des ambulanten Bereichs bei der Vergütung von Ärzten in Weiterbildung, forderte Feldmann.

Die KBV schlägt eine vollständige Loslösung der Finanzierung von den Leistungssektoren vor. Stattdessen solle ein Fonds geschaffen werden, aus dem genau geplante ambulante und stationäre Weiterbildungsabschnitte finanziert werden. Nach dem Vorbild Englands plädiert die KBV für die Einrichtung eines Stiftungsmodells Weiterbildung.

Kaplan berichtete, dass die seit vier Jahren laufende Evaluation bereits Fortschritte bei der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zeige.

So liege man mit 1000 Facharzt-Anerkennungen in der Allgemeinmedizin bei nur der Hälfte der benötigten Allgemeinmediziner, um die hausärztliche Versorgung sicherzustellen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hohe Hürden für Reformen

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Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 25.02.201523:18 Uhr

Wenn ich Praxisbezug höre, dann verbirgt sich dahinter meistens ein Qualitätsverlust.

Also weniger wissenschaftlich.
Es soll ja auch ausgebildete Ärzte geben, hab ich jedenfalls gehört, bitte widersprechen Sie mir,
die tatsächlich nach abgeschlossenen Medizinstudium und daher doch bestandenem Staatsexamen,
muss man doch annehmen,
unwirksame Therapeutika aus dem 18. Jahrhundert verwenden, ich glaube Hahnemann hieß dieser Modearzt.
Gesetzlich ist das von den klugen Politikern ja so geregelt, dass ein Wirkungsnachweis (nur!!!) in diesem Fall absolut nicht erforderlich ist.
Da könnte man doch glatt auch den Aderlass wieder mehr einsetzen.
Das Blut kann man ja sogar weiterverkaufen.
Ein Physikum benötigt man dazu sicher nicht. Man muss allerdings praxisbezogen Blut abnehmen können und die Adresse kennen, wohin man das dann verkauft.
Dazu muss man nur wissen, dass man das bei den Zeugen Jehovas nicht verkaufen darf,
sondern auf natürliche Erde gießen muss, jammerschade.

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