Telemedizin

Mit Headset und Internet in die Nachbetreuung

Im Norden wird derzeit die Nachbetreuung von Patienten via Internet unter die Lupe genommen.

Veröffentlicht:

DAMP (di). An der Reha-Klinik Damp werden Patienten in einem Pilotprojekt telemedizinisch nachbetreut. Patienten aus den Bereichen Kardiologie und Diabetologie wurden dafür mit Internet-PC und Headset ausgerüstet. "Mit der Nachbetreuung soll der Transfer des während der Zeit des stationären Aufenthaltes Erlernten in den Alltag unterstützt werden und somit die Verstetigung des Behandlungserfolges sichergestellt werden" so Dr. Martin Grütters, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin in Damp.

Fünf entlassene Patienten der Reha-Klinik haben in der ersten Projektwoche die gemeinsame Sprechstunde mit ihrem Physiotherapeuten aus der Klinik in Echtzeit über das Internet abgehalten. Dabei wurde über Fort- und Rückschritte seit der Entlassung gesprochen und Motivation für die Fortführung der in der Klinik begonnenen Maßnahmen gegeben. Insgesamt sechs Sitzungen zu den Themen Sport und Bewegung, Ernährung und Psychologie sind in einem Zeitraum von vier Monaten vorgesehen. "Mit der Live-Online-Nachbetreuung haben wir Zutritt in das Wohnzimmer der Rehabilitanden. So können die Erfolge der Rehabilitation in der Klinik auch zu Hause nachhaltig gesichert werden", sagte Jens Uwe Möller, leitender Diplom-Psychologe der Reha-Klinik. Während der 90-minütigen Sitzung werden parallel zu den Gesprächen auch Folien am PC sichtbar, die von den Teilnehmern bearbeitet werden können. Alle Teilnehmer können sich gegenseitig hören und jederzeit etwas sagen. Gehen die Gespräche zwischen Therapeut und Rehabilitanden zu sehr ins Persönliche, kann der Therapeut einen parallelen schriftlichen Chat nutzen, um mit einem einzelnen Teilnehmer zu kommunizieren, ohne dass die anderen dieses Gespräch verfolgen können. Das Arztgeheimnis und die Intimsphäre der Teilnehmer bleiben nach Angaben der Klinik gewahrt.

Um den Nutzen der Nachbetreuung zu überprüfen, findet sechs und zwölf Monate nach der Entlassung eine Befragung der Teilnehmer zu Körpergewicht, Bauchumfang und Ernährungsverhalten durch das Institut für Sozialmedizin der Uni Lübeck statt. Bis Mitte 2011 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Kliniken können eine Nachbetreuung via Internet bislang nicht abrechnen. Finanziert wird die Studie vom Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Mehr zum Thema

Neue Angebote der Gesundheitsvorsorge

Neues Digital-Zentrum für Sachsen-Anhalt

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zwei Impfungen bei einem Termin: COVID-Vakzinen und andere Totimpfstoffe dürfen jetzt ohne Abstand gleichzeitig verabreicht werden.

© Jens Rother - stock.adobe.com

Aktualisierte STIKO-Empfehlungen

Neue Regeln für COVID-Booster und gleichzeitige Influenza-Impfung