Umfrage

Mündige Patienten sind akzeptiert

Patienten wollen bei der Therapieentscheidung mitreden – trauen sich aber nicht immer.

Veröffentlicht: 10.12.2018, 15:10 Uhr
Zwei von drei befragten Männern gaben an, bei der Therapieentscheidung mitentscheiden zu wollen.

Zwei von drei befragten Männern gaben an, bei der Therapieentscheidung mitentscheiden zu wollen.

© Alexander Raths / iStock / Thinkstock

BONN. Patienten wollen in Sachen Therapie mitreden –und ihre Ärzte lassen sie auch. Das berichtet der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) unter Berufung auf seinen aktuellen „Gesundheitsmonitor“, eine repräsentative Meinungsumfrage unter 1000 Bundesbürgern im 2. Quartal dieses Jahres.

Danach waren 70 Prozent der Befragten der Ansicht, „dass ein Arzt Patienten zunächst beraten soll, um dann zu einer gemeinsamen Entscheidung über eine anstehende Therapie zu gelangen“.

Vor allem Frauen legten Wert auf Mitsprache, heißt es. Drei Viertel wollten an der Therapieentscheidung partizipieren, bei den Männern dagegen zwei Drittel.

„Die Ärzte scheinen das auch verstanden zu haben“, so der BAH. Denn lediglich 12 Prozent derjenigen Befragten, die ihren Arzt schon einmal mit konkreten Wünschen konfrontiert hatten, gaben an, bei der letzten Therapieentscheidung, bei der sie hatten mitreden wollen „in keiner Weise einbezogen worden zu sein“.

Nur jeder Dritte hat schon mehrmals Therapiewunsch geäußert

36 Prozent der Befragten bestätigte sogar, ihr Therapiewunsch sei ärztlicherseits „in vollem Umfang“ berücksichtigt worden.

Mit dem Selbstbewusstsein ist es auf Patientenseite allerdings noch nicht ganz so weit her. Nur jeder Dritte (36 Prozent) gab an, „schon mehrmals“ einen konkreten Therapiewunsch geäußert zu haben. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer haben das „noch nie“ getan.

Wenig überraschend: Mit höherem Bildungsgrad nimmt auch die Patientenbereitsschaft zu, Dinge einzufordern.

So hätten 47 Prozent der Akademiker unter den Umfrageteilnehmern „schon mehrfach konkrete Wünsche geäußert“. Unter den Hauptschülern betrug die Quote der Insistenten lediglich 27 Prozent.

„Diese Ergebnisse unterstreichen, was wir im Bereich Arzneimittel schon länger beobachten: Patienten wollen dem Arzt auf Augenhöhe begegnen und bei der Wahl ihrer Therapie ein entscheidendes Wort mitsprechen“, kommentiert BAH-Geschäftsführer Dr. Hermann Kortland. (cw)

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