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Multiresistente Keime in Uniklinik Leipzig

Einem TV-Bericht folgt das Geständnis: Das Universitätsklinikum Leipzig hat mit dem multiresistenten KPC-Keim zu kämpfen. Seit zwei Jahren werden immer wieder Patienten befallen, berichtet die Klinik. Die Quelle bleibt bislang rätselhaft.

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Das Universitätsklinikum Leipzig hat mit KPC-Keimen zu kämpfen.

Das Universitätsklinikum Leipzig hat mit KPC-Keimen zu kämpfen.

© euroluftbild.de/imago

LEIPZIG (tra). Am Uniklinikum Leipzig hat der multiresistente Keim KPC (Carbapenemase-produzierende Klebsiella pneumoniae) in den vergangenen beiden Jahren offenbar mindestens 58 Patienten befallen. Das hat das Klinikum nach einem Bericht des MDR nun bestätigt.

In einer Stellungnahme heißt es, dass der Keim vor zwei Jahren "erstmals nach Übernahme eines in der Region lebenden Patienten aus einem griechischen Krankenhaus am UKL nachgewiesen" worden sei. Der Patient sei bis heute am Klinikum in Behandlung - seitdem sei der Keim 58 Mal am Haus nachgewiesen worden.

Das Klinikum räumte zwar ein, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Allerdings sei es wahrscheinlich, dass die Ursache der KPC-Welle außerhalb des Klinikums zu suchen sei.

Auch die im MDR-Bericht genannte Zahl von 28 KPC-Toten wurde nicht bestätigt. Dafür seien die Todesfälle und ihre Ursachen "zu komplex", erklärte eine Sprecherin.

Patienten mit schwersten Grunderkrankungen betroffen

Erstmals nachgewiesen worden sei der Keim am Klinikum am 9. Juli 2010. "Der Patient wurde sofort isoliert, alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingeleitet", heißt es.

"Die mikrobiologische Untersuchung von Mitpatienten und der Umgebung ergab keine Hinweise auf eine Übertragung. Trotz sofortiger Barrieremaßnahmen kam es mit großer Zeitverzögerung drei Monate später 2010 zu einer ausbruchsartigen Häufung auf mehreren Stationen."

Nachdem im Februar bereits 30 Patienten betroffen gewesen seien, habe die Uniklinik das Gesundheitsamt informiert. "Diese Meldung hätte aus heutiger Sicht sicher früher erfolgen können", erklärte dazu nun Professor Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Klinikums.

Seit Februar 2011 wurden nach Klinikangaben maximal vier KPC-Fälle monatlich nachgewiesen, in diesem Jahr habe es bisher acht neue Nachweise gegeben.

Betroffen seien "nahezu ausschließlich" Patienten, die wegen "schwerster Grunderkrankungen", zum Beispiel Leberversagen mit Notwendigkeit zur Transplantation, in der Klinik behandelt wurden.

RKI analysiert, Gesundheitsministerium ermittelt

Der Ausbruch im vergangenen Herbst "steht nach unserem Kenntnisstand nicht mit einer derzeit aktiven Quelle im Klinikum in Verbindung", so Fleig weiter.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Patienten den Keim wiederholt in das UKL mitbringen."

Derzeit wartet die Klinik noch auf Analysen des Robert Koch-Instituts. Das sächsische Gesundheitsministerium ermittelt, wie viele KPC-Fälle es an sächsischen Kliniken in den vergangenen Jahren insgesamt gegeben hat.

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