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Stressforschung

Multitasking macht krank

Am Arbeitsplatz sind oft auch Stress und Unzufriedenheit zu Hause. Experten raten zu mehr betrieblicher Gesundheitsförderung.

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MÜNCHEN. Wie gesund leben die Deutschen? Das wollte das Unternehmen Weleda genauer wissen beauftragte das Sozialforschungsinstitut Forsa mit einer Studie. Die Ergebnisse wurden kürzlich in München präsentiert. Sie lassen auf hohe Belastungen durch die moderne Arbeitswelt schließen. 68 Prozent der Befragten fühlen sich beruflich "stark eingespannt"; in der Gruppe der 30- bis 44-jährigen sind es sogar 75 Prozent.

Dort berichten zudem zwei Drittel der Befragten von vielen privaten Verpflichtungen (Gesamtgruppe: 56 Prozent). Besonders die jungen Studienteilnehmer können sich weniger gut auf ein bestimmtes Medium konzentrieren als noch vor fünf Jahren. In der Altersgruppe von 18 bis 44 Jahren betrifft das jeden Zweiten.

Arbeit oft Stressquelle

Insgesamt äußerten die Befragten hinsichtlich ihres beruflichen Umfelds erheblich mehr Unzufriedenheit als für den privaten Lebensbereich. 17 Prozent der Befragten sagten, sie seien in der Arbeit häufig oder immer unzufrieden. Ein weiteres Drittel gab an, dort ab und zu unzufrieden zu sein. Dass gerade Arbeit oft als Stressquelle benannt wird, bringen die Verantwortlichen der Weleda Trendforschung mit den modernen Anforderungen in Zusammenhang.

Geforderte Flexibilität, Zeit- und Leistungsdruck, ständige Informationsflut und durchgehende Erreichbarkeit seien wesentliche Stressfaktoren. "Multitasking (…) führt oft zu Stress", so Professor Lars Schwabe, Leiter des Arbeitsbereichs Kognitionspsychologie an der Universität Hamburg. "Gleichzeitig sorgen lockere soziale Beziehungen, unklare Rollenverhältnisse sowie die vom Arbeitsmarkt verlangte Flexibilität für Ängste, Unsicherheit und Anspannung."

Reizbarkeit, Angst, Konzentrationsprobleme

Schon kurzfristig, so Schwabe, könne sich Stress negativ auf die Gesundheit auswirken. Typische Symptome seien Reizbarkeit, Angst, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme. Langanhaltender Stress sei zudem ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und anderen Erkrankungen.

Daher müsse der Prävention und Gesundheitsförderung genug Raum gegeben werden, auch in Betrieben. Arbeitsumgebungen sollten so gestaltet werden, dass sie zur Gesunderhaltung beitragen. Mitarbeitern sollten zudem eigene Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle.

Den Arbeitnehmern dürfte das entgegenkommen. Gesundheit hat für die meisten Teilnehmer der Forsa-Studie jedenfalls einen hohen Stellenwert. Rund zwei Drittel bemühen sich bereits um einen gesundheitsbewussten Lebensstil.

Sie versuchen, sich gesund zu ernähren (66 Prozent), sich genug zu bewegen (63 Prozent) und übermäßigen Stress zu vermeiden (61 Prozent). Immerhin jeder Dritte achtet auf alle drei Aspekte. Für die laut Forsa repräsentativen Studie wurden von Mitte August bis Anfang September 3024 Personen befragt. (cmb)

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