Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Netze im Vertragsstau

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Die vom Gesetzgeber beschlossene Netzförderung hat wieder Bewegung in die Szene der Ärztenetze gebracht. Die Anforderungen an die Ärzteverbünde, um zertifiziert werden zu können, sind klar formuliert.

Zu diesen Anforderungen gehört auch eine Professionalisierung der Strukturen über ein eigenes Netzmanagement. Nur: Wer ein solches Management aufbaut, braucht auch Einnahmen, um es zu finanzieren, zum Beispiel über Selektivverträge mit den Krankenkassen.

Genau hier hängen offenbar viele Netze derzeit noch in der Luft. Denn bei den Krankenkassen tut sich derzeit noch wenig - sei es, weil sie Angst vor den Zusatzbeiträgen hatten, sei es, weil sie vom Bundesversicherungsamt ausgebremst wurden.

Der Vertragsstau kann letztlich nur vom Gesetzgeber aufgelöst werden, etwa, indem die Anforderungen an Verträge modifiziert werden. Tatsächlich ist ja von der großen Koalition geplant, dass die Wirtschaftlichkeit von Verträgen erst nach vier Jahren nachzuweisen ist. Im Übrigen: Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit in der Wirtschaft, jede größere Investition eines Unternehmens amortisiert sich in der Regel erst nach einigen Jahren.

Bis die Änderungen umgesetzt sind, wird noch etwas Zeit vergehen. Man darf gespannt sein, ob die Koalitionäre sich selbst beim Wort (des Koalitionsvertrags) nehmen. Für eine funktionierende Versorgung wäre das wichtig. Denn jede Region hat ihre eigenen, spezifischen Probleme - die am besten von den Akteuren vor Ort gelöst werden. Die Rolle der Netze, auf lokaler und regionaler Ebene für eine funktionierende Versorgung zu wirken, wird jedenfalls zunehmend anerkannt. Und das ist gut so.

Lesen Sie dazu auch: Verbindliche Förderung: Ärztenetze hoffen auf große Koalition

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist