Praxis-EDV

Neues Projekt zur Arzneisicherheit

Apotheker in NRW wollen für eine sichere Arznei-Therapie Ärzte einbinden.

Veröffentlicht: 16.09.2011, 13:07 Uhr

KÖLN (iss). Apotheker in Nordrhein-Westfalen wollen herausfinden, ob sie die Telematik-Infrastruktur unabhängig von der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit nutzen können.

Ziel ist es, die Medikationsdaten von Patienten so zu speichern, dass alle an ihrer Versorgung beteiligten Apotheken darauf zugreifen können.

Förderzusage von 620.000 Euro

Das Projekt "Telematikinfrastruktur-unterstützte Erweiterung der Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfungs-Datengrundlage als Mehrwertanwendung der elektronischen Gesundheitskarte" (Team eGK) gehört zu den Siegern des Wettbewerbs "IuK & Gender Med.NRW" des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums.

Für die kommenden drei Jahre hat Team eGK eine Förderzusage von 620.000 Euro erhalten.

Tool soll Mehrwert für Patienten dar

Die Speicherung der Verordnungsdaten soll dazu beitragen, unerwünschte Interaktionen sowie Fehl- und Doppelverordnungen zu erkennen, sagt Michael Schmitz, Sprecher der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, bei der die Federführung für das Projekt liegt.

"Wir glauben, dass ein solches Tool einen Mehrwert für die Patienten darstellt", sagt er. Die Apotheker setzen auf die Einbindung der Haus- und Fachärzte. Gemeinsame Veranstaltungen und runde Tische sind geplant. "Es geht nicht um die Überwachung der Ärzte, sondern darum, die Qualität im System ohne ein Übermaß an Bürokratie zu erhöhen."

18 Apotheken in Wattenscheid beteiligt

Laut Schmitz werden sich 18 Apotheken in Bochum-Wattenscheid an dem Modell beteiligen. Die Vorarbeiten beginnen 2012. Dazu gehören die Klärung von Datenschutzfragen und die Entscheidung, ob die Daten auf einem Server oder auf eGK abgelegt werden.

Dabei wird es eine Rolle spielen, wie viele Versicherte zu dem Zeitpunkt tatsächlich in Besitz der neuen Versichertenkarte sind. Die eigentliche Testphase läuft dann ab 2013.

Das Projekt wird vom pharmazeutischen Institut der Universität Bonn wissenschaftlich begleitet.

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