Kampf gegen den Ärztemangel

Niedersachsen: 204 Bewerber für 60 Landarztquotenplätze

Das Interesse an den Medizinstudienplätzen, die in Niedersachsen über die Landarztquote vergeben werden, ist rückläufig.

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Hannover. Die 60 Medizinstudienplätze, die in Niedersachsen nach einer Prüfung der Bewerber über die Landarztquote vergeben werden, sind in diesem Jahr mehr als dreifach überzeichnet. Es bewarben sich insgesamt 204 Kandidatinnen und Kandidaten auf die zur Verfügung stehenden Plätze. Das teilte das Niedersächsische Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.

„Zum aktuellen dritten Durchgang haben wir das Bewerbungsverfahren digitalisiert und damit vereinfacht und beschleunigt“, sagte Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD). „Ich bin zuversichtlich, dass wir erneut auf sehr viele geeignete Bewerberinnen und Bewerber treffen werden, die mit Begeisterung und Engagement Hausarzt oder Hausärztin werden möchten. Unser prioritäres Ziel ist immer, möglichst alle 60 Plätze zu besetzen.“

Bis zum Bewerbungsschluss sind in diesem Jahr 204 Bewerbungen eingegangen, so das Gesundheitsministerium, „davon 111 weiblich, 82 männlich, 0 divers und 11 ohne Angabe.“.

120 Bewerber werden zu Gesprächen eingeladen

Derzeit findet die Auswertung der Bewerbungen statt. Von den 204 Bewerbern werden dann 120 zu den Auswahlgesprächen (Mitte Mai) geladen. Von diesen 120 werden die besten 60 einen Studienplatz erhalten.

Der Bewerbungszeitraum wurde in diesem Jahr vorverlegt, damit der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (NizZa), der die Anträge bearbeitet, mehr Zeit hat, um die Gespräche auszuwerten. Dies diene der Qualitätssicherung, hieß es.

In den vergangenen beiden Jahren hatten sich noch deutlich mehr Kandidatinnen und Kandidaten beworben. 2023 waren es noch 299 Bewerberinnen und Bewerber, so die Zahlen des Gesundheitsministeriums und im Jahr 2024 genau 278.

Allerdings steigen auch oft zunächst angenommene Bewerber und Bewerberinnen wieder aus. Im ersten Jahrgang schrieben sich nur 46 der 60 angenommenen Bewerber ein. Im Jahr darauf blieben allerdings alle dabei. „Wir haben aber ein Nachrückverfahren, sodass stets alle Plätze genutzt werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Ärzte Zeitung. Weshalb so viele Bewerber sich nicht eingeschrieben hatten, habe vermutlich unter anderem private Gründe. Die Zahl sei jedenfalls „monokausal nicht zu erklären“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. (cben)

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