Aktuelle Studie

Niedersachsens Kliniken in Nöten

Der Anteil der Krankenhäuser mit einem negativen Jahresergebnis stieg 2017 auf 34,7 Prozent an. Besserung ist nicht in Sicht.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Der Blick in Klinik-Bilanzen verheißt oft nichts Gutes.

Der Blick in Klinik-Bilanzen verheißt oft nichts Gutes.

© Gina Sanders / fotolia.com

HANNOVER. Mehr als die Hälfte der niedersächsischen Krankenhäuser konnten 2017 kein Plus in ihrem Finanzergebnis erzielen.

Das ergibt eine Studie der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG). „Über die Hälfte der Krankenhäuser in Niedersachsen sind langfristig in der Existenz bedroht“, resümiert die NKG.

Die in 2016 noch erkennbare leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Situation habe sich nicht fortgesetzt, hieß es. Die Zahl der niedersächsischen Krankenhäuser mit schwarzen Zahlen ist 2017 um 3,9 Prozentpunkte auf 46,8 Prozent gesunken. Zugleich stieg der Anteil der Krankenhäuser mit einem negativen Jahresergebnis 2017 auf 34,7 Prozent an. Dies ist eine Steigerung um 16,1 Prozent.

Dr. Hans-Heinrich Aldag, Vorsitzender der NKG: „Die Erwartungen für 2018 verschlechtern sich noch einmal deutlich. Hier liegt der Anteil der erwarteten positiven Jahresergebnisse nur noch bei lediglich 32,8 Prozent.“ Die Studie zeige deutlich, dass weiterhin dringender Handlungsbedarf seitens der Politik und der Krankenkassen besteht.

Wenn sich nicht grundlegend etwas ändere, werde es 2019 keinen Lichtblick für über 50 Prozent der niedersächsischen Krankenhäuser geben, erläutert Helge Engelke, Verbandsdirektor der NKG.

Schon für das zurückliegende Jahr gaben die Krankenhäuser an, von weiteren Verschlechterungen auszugehen. „Bei über zwei Dritteln der Krankenhäuser ist demnach kein positives Ergebnis zu erwarten.“

Viele offene Stellen für Ärzte

Zudem fehlen Fachkräfte. 97,3 Prozent der Häuser gaben an, dass es schwierig beziehungsweise sehr schwierig ist, offene Stellen im ärztlichen Dienst zu besetzen. Auch für den Pflegedienst meldeten 93,7 Prozent der Krankenhäuser entsprechende Probleme.

„Dennoch kündigten fast 50 Prozent der Krankenhäuser für den ärztlichen Dienst beziehungsweise rund 70 Prozent für den Pflegedienst an, in den kommenden drei Jahren die Anzahl der Vollkräfte steigern zu wollen“, so Aldag.

Viele Häuser müssen deshalb auf teure Honorarkräfte zurückgreifen, hieß es – 35,9 Prozent im ärztlichen Dienst und 39,1 Prozent in der Pflege. „Der Fachkräftemangel ist massiv in den niedersächsischen Krankenhäusern angekommen“, führt der Vorsitzende der NKG weiter aus.

Rund 68,9 Prozent der Krankenhäuser in Niedersachsen gaben an, dass der Fachkräftemangel die größte Herausforderung in den nächsten drei Jahren sei, gefolgt vom Kosten- und Effizienzdruck (12,3 Prozent) beziehungsweise dem Investitionsbedarf (10,4 Prozent). Auch die Menge der durch die Krankenkassen angestoßenen MDK-Anfragen und die Digitalisierung werden als große Herausforderungen benannt.

Die niedersächsischen Krankenhäuser brauchen Unterstützung und Kassen wie auch Land hätten Geld genug, so die NKG. „Die Betriebskosten und die Investitionskosten müssen endlich ausreichend gedeckt werden können“, fordert Helge Engelke.

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