Mittelfranken

Notaufnahmen für Kliniken nicht rentabel

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Eine faire Finanzierung der Notaufnahmen in den Krankenhäusern haben am Dienstag 31 Kliniken aus Mittelfranken in Nürnberg gefordert.

Für jeden ambulant versorgten Patienten würden den Kliniken im Durchschnitt lediglich 33 Euro vergütet, erklärten die Vorstände und Geschäftsführer der Häuser unter Berufung auf Berechnungen der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA).

Das sei deutlich weniger als Arztpraxen im Bereitschaftsdienst der KV erhalten. Demgegenüber lägen die Kosten etwa zur Vorhaltung von Ausstattung und Personal in einer Krankenhaus-Notaufnahme in der ambulanten Notfallversorgung bei 129 Euro, so die DGINA.

Nach Angaben der Krankenhausvertreter suchten im Jahr 2003 insgesamt 248.000 Patienten die Notaufnahmen der 31 Kliniken auf. Zehn Jahre später seien es bereits 386.000 Patienten gewesen, von denen 230.000 noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen konnten. Die ambulante Notfallversorgung habe 2013 bei den 31 Kliniken für ein Minus von 22,1 Millionen Euro gesorgt.

Die rapide Zunahme der Patientenzahlen in den Notaufnahmen sei kein Wunder, erklärte Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg.

Denn die KVen zögen sich immer mehr aus der Notfallversorgung zurück und es stünden immer weniger Praxen außerhalb der offiziellen Sprechstundenzeiten zur Verfügung, so Estelmann. Auch suchten immer häufiger Patienten auch mit leichteren Erkrankungen gleich die Notaufnahmen auf. (sto)

Mehr zum Thema

Krebs, Rheuma, Augen und Co

Uniklinik Mannheim punktet bei Selbsthilfe

COVID-19

Was kosten Corona-Intensivpatienten?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Viele positive Reaktionen auf Karl Lauterbachs Nominierung zum Bundesgesundheitsminister. Aber auch große Erwartungen.

© Michael Kappeler/dpa

Gesundheitsfachleute zum neuen Gesundheitsminister

„Wir als Ärzteschaft wissen, was wir an Lauterbach haben“

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung

© Michaela Illian

Leitartikel zum neuen Gesundheitsminister

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung

Eine gute Stimmung im Team: Das ist nicht in allen Praxen der Fall. Bei Konflikten sollten die Parteien sich selbst hinterfragen, empfiehlt eine Psychologin. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

MFA

Praxissegen hängt schief? Fünf Wege aus der Harmoniefalle