AML

Notrufsystem mit akkurater Ortsangabe

Das neue System AML übermittelt künftig an die deutschen Leitstellen automatisch den Standort, von dem aus Notrufe via Smartphone abgesetzt wurden. Der Datenschutz soll beachtet werden.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 15.10.2019, 15:17 Uhr
Notrufsystem mit akkurater Ortsangabe

Mittels AML erkennt die Leitstelle künftig den genauen Einsatzort für das Notfallteam im Rettungswagen.

© Gina Sanders / Stock.Adobe.com

Berlin. Nutzer eines Android-Smartphones in Deutschland, die den Notruf 112 anwählen, übertragen künftig akkuratere Standortinformationen, um Retter schneller zum Unglücksort zu leiten. In einer Kooperation der drei Mobilfunk-Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica mit Google wird bei Notrufen aus dem Mobilfunknetz der genaue Unglücksort automatisch an die Rettungsleitstelle übermittelt – bis auf wenige Meter genau.

Insbesondere in Situationen, in denen Hilfesuchende den Notfallort nicht genau beschreiben könnten, spare die neue Technik wertvolle Zeit, erklärten die Mobilfunkbetreiber in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Damit die präzisen Standortdaten übertragen werden, müssen die Anwender keine zusätzliche App installieren oder eine Funktion auf dem Smartphone aktivieren. Mit der Technik „Advanced Mobile Location“ (AML) wird der Standortdienst in einem Smartphone automatisch aktiviert, wenn die Notrufnummer 112 angewählt wird. Damit kann der Standort an die zuständige Leitstelle übermittelt werden.

AML ist nach Angaben von O2 auf allen Smartphones mit dem Google Betriebssystem Android ab der Version 4.0 integriert, sofern die Google Play Services installiert sind.

Kurzzeitige Datenspeicherung

Der Dienst wird für alle Leitstellen in Deutschland von der Integrierten Leitstelle Freiburg – Breisgau Hochschwarzwald in Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr betrieben. Derzeit seien ein Drittel der rund 250 Leitstellen in Deutschland an das System angebunden und empfangen somit bereits die Standortdaten. Die übrigen Leitstellen würden in den kommenden Monaten folgen.

Bei der Konzept-Entwicklung sei von Anfang an großen Wert auf eine datenschutzfreundliche Umsetzung gelegt worden, erklärten die Provider. Google hat seinen Android Emergency Location Service so entwickelt, dass die Standortdaten nur übermittelt werden können, wenn der Smartphone-Nutzer den Notruf 112 wählt. In den Leitstellen würden die Daten nur kurzzeitig vorgehalten.

„Eine Stunde nach dem Notruf werden die Standortdaten dort unwiederbringlich gelöscht und stehen dann nur noch in der zuständigen Leitstelle zur Verfügung.“ Eine Arbeitsgruppe der Datenschutzkonferenz, einem Gremium der Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder, habe das Konzept ausgiebig geprüft. (dpa/Mitarbeit: maw)

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