Neurodermitis

Persönliche App-Assistentin mit Rat und Tat

Eine teledermatologisch ausgerichtete App soll Eltern den Behandlungsalltag ihrer an Neurodermitis erkrankten Kinder außerhalb der Arztpraxis erleichtern.

Veröffentlicht: 14.01.2020, 13:08 Uhr

Berlin. Das Berliner Start-up Nia Health sorgt nach eigenen Angaben mit seiner teledermatologischen App Nia für ein Novum im deutschsprachigen Raum. Konkret soll die App nach Unternehmensangaben Eltern an Neurodermitis erkrankter Kinder bei der Erstellung eines Behandlungsplans in der Arztpraxis unterstützen, da es ihnen nicht selten an medizinischem Wissen fehle, um auch außerhalb des Behandlungszimmers bestmöglich mit der Krankheit umzugehen. Die App stelle den Betroffenen dank selbstlernender Algorithmen schnell einen individualisierten Behandlungsplan zur Verfügung.

Der behandelnde Arzt werde mittels Nia direkt in die teledermatologische Dienstleistung integriert. „Dank dieses ganzheitlichen Ansatzes geht Nia weit über die klassischen Tagebuch-Funktionen von App-Anbietern aus anderen Krankheitsfeldern hinaus“, erläutert Dr. Reem Alneebari, Mitgründerin von Nia Health. Die Dermatologin ist nach Unternehmensangaben selbst Mutter eines betroffenen Kindes.

App generiert Protokoll für Ärzte

Doch wie funktioniert Nia genau? Als persönliche Assistentin helfe die App den Betroffenen in der täglichen Interaktion durch unkompliziertes Aufzeichnen des Gesundheitsverlaufs, sich selbst bzw. das erkrankte Kind besser zu verstehen. Ein fachkundiger Report informiere den behandelnden Arzt übersichtlich und ausführlich über den Gesundheitsverlauf des Patienten. Dadurch entstehe für Betroffene und Ärzte eine fundierte Gesprächsgrundlage.

Patienten erhielten basierend auf ihren individuellen Gesundheitsdaten personalisierte, direkt umsetzbare und medizinisch validierte Empfehlungen – flexibel sowie zeitlich und örtlich ungebunden.

Die technologische Entwicklung des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten EXIST-Projektes habe Ende 2018 in direkter Zusammenarbeit mit Betroffenen, der Charité sowie renommierten Klinikern begonnen. Laut Nia Health inteeressieren sich bereits einige gesetzliche und private Kassen sowie Kliniken im Rahmen von Kooperationsgesprächen für die App.

Die Selbsthilfeorganisation Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) sowie der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung AGNES unterstützen die Weiterentwicklung von Nia, heißt es weiter. Orientierend am klinisch validierten und bewährten AGNES-Curriculum würden Patienten durch das starke inhaltliche Fundament der Applikation bestärkt und bekämen so wirksame Hilfe zur Selbsthilfe angeboten.

Die Nia-App ist seit dem 17. Dezember 2019 im App- und GooglePlay-Store in der Basisversion kostenlos erhältlich. Ab Februar sollen Patienten über die App als kostenpflichtige Zusatzleistung persönliche telemedizinische Beratung von Neurodermitis-Experten in Anspruch nehmen können. (maw)

Mehr zum Thema

Interview mit Erwin Rüddel

Quo vadis, EU-Gesundheitssysteme?

Labor

Neues Formular zum Corona-Test

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden