Millionenverlust

Pharmahersteller Curevac streicht fast jeden dritten Job

Beim Biotech-Unternehmen Curevac soll im Rahmen eines Konzernumbaus fast jeder dritte Job wegfallen. Besonders betroffen von den Sparplänen ist der Hauptsitz in Tübingen.

Veröffentlicht:
Mit dem Verkauf der Rechte an seinen mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffen an GSK sichert sich Curevac dringend benötigtes Geld

Mit dem Verkauf der Rechte an seinen mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffen an GSK sichert sich Curevac dringend benötigtes Geld

© FrankHoemann / SVEN SIMON / picture alliance

Tübingen. Beim Biotech-Unternehmen Curevac soll im Rahmen eines Konzernumbaus fast jeder dritte Job wegfallen. Die Firma will ungefähr 30 Prozent ihrer Stellen abbauen und unter anderem so die Betriebskosten ab kommendem Jahr um mehr als 30 Prozent senken. Das teilte Curevac in Tübingen mit. Das Unternehmen hatte zuletzt nach eigenen Angaben mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, die Rechte an seinen mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffen für bis zu 1,45 Milliarden Euro an den britischen Pharmakonzern GSK zu verkaufen.

Der Hauptsitz in Tübingen wird einem Unternehmenssprecher zufolge am meisten von den Sparplänen betroffen sein. Es handle sich allerdings um eine Restrukturierung des gesamten Unternehmens. Curevac hat weitere Standorte in Deutschland, in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und den USA. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Das Unternehmen hatte schon im Frühjahr einmal angekündigt, Stellen abbauen und effizienter werden zu wollen.

Curevac verkauft Rechte an mRNA-Impfstoffen

Mit dem Verkauf der Rechte an seinen mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffen an GSK sichert sich damit dringend benötigtes Geld, nachdem die Firma mit Problemen in klinischen Studien und mit Patentstreitigkeiten um seine mRNA-Technologie zu kämpfen hatte. Curevac erhält demnach eine Anfangszahlung von 400 Millionen Euro, bis zu 1,05 Milliarden Euro an Meilensteinzahlungen sowie weitere variable Vergütungen. Die Aktie von Curevac legte zwischenzeitlich um fast 28 Prozent zu.

Vorstandsvorsitzender Alexander Zehnder sieht ein neues Kapitel für das Unternehmen: „Obwohl der Personalabbau (...) auf persönlicher Ebene eine schwierige Entscheidung ist, bin ich überzeugt, dass dies ein notwendiger Schritt ist, um den langfristigen Erfolg von Curevac zu sichern“, teilte er mit. Die GSK-Vereinbarung biete nicht nur eine umfangreiche Finanzierung, sondern ermöglicht Curevac auch, die Geschäftstätigkeit zu optimieren und sich auf Technologie-Innovation, Forschung und Entwicklung zu konzentrieren.

Während der Corona-Pandemie galt das Biotech-Unternehmen zunächst als einer der Hoffnungsträger bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus. Aber wegen einer vergleichsweise geringen Wirksamkeit hatte Curevac seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

Millionenverlust im Jahr 2023

Im vergangenen Jahr verzeichnete Curevac einen Verlust vor Steuern von gut 260 Millionen Euro. 2022 waren es rund 249 Millionen Euro. Der Umsatz ging im selben Zeitraum auf 53,8 Millionen Euro zurück. Das sind 13,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang sei vor allem auf niedrigere Umsätze aus zwei Kooperationen zurückzuführen, hieß es.

Der Impfstoffhersteller arbeitet aktuell zum Beispiel an der Entwicklung eines neuen Corona-Vakzins der zweiten Generation. Außerdem forscht das Unternehmen an Impfstoffen für die Krebstherapie. Ein Produkt ist aber noch nicht auf dem Markt. Nach dem Umbau liege der Fokus auf Ansätzen mit hohem Wertpotential unter anderem in der Onkologie - also dem Teilgebiet der Medizin, das sich mit Tumoren befasst. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?