NRW

Pilotprojekt für vergewaltigte Frauen

In Nordrhein-Westfalen sollen fünf Kliniken und ausgewählte Praxen ein neues Verfahren zur anonymisierten Spurensicherung nach einer Vergewaltigung testen. Das Projekt könnte später bundesweit ausgerollt werden, so die Hoffnung.

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KÖLN. In Nordrhein-Westfalen soll die vertrauliche und anonymisierte Spurensicherung nach Vergewaltigungen verbessert werden. Im Auftrag des Landesgesundheitsministeriums entwickelt das Institut für Rechtsmedizin des Düsseldorfer Universitätsklinikums ein Gewaltopfer-Beweissicherung-Informationssystem (GOBSIS).

Es soll ab dem Sommer in fünf Kliniken und ausgewählten gynäkologischen Praxen auf Praxistauglichkeit getestet werden.

Viele Frauen wenden sich nach einer Gewalterfahrung nicht zuerst an die Polizei, sondern an Ärztinnen und Ärzte, sagt Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

"Dort soll ihnen mit Hilfe von GOBSIS ein verlässlicher Weg eröffnet werden, wie sie gerichtsfeste Beweise vertraulich sichern lassen können." Die Ministerin hofft, dass dadurch die Bereitschaft der betroffenen Frauen steigt, Anzeige zu erstatten.

Nach Angaben des Ministeriums soll das neue System unter Nutzung modernster Informations- und Kommunikationstechnologien gewährleisten, dass alle erforderlichen Schritte zur vertraulichen Spurensicherung rechtssicher und datenschutzkonform erfolgen.

Bei Unsicherheiten im Umgang mit Gewaltopfern können Ärzte künftig auf Checklisten und elektronische Befunddokumentationen zurückgreifen. Außerdem stehen ihnen Rechtsmediziner als Ansprechpartner zur Verfügung.

"GOBSIS kann das Kernelement eines flächendeckenden Projekts zur anonymen Spurensicherung werden, in das die Erfahrungen der derzeit 15 in Nordrhein-Westfalen aktiven regionalen Angebote einfließen", sagt Steffens. (iss)

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