Profi-Schauspieler sorgen für emotionale Szenen

Um Ärzten möglichst viele Hilfsmittel an die Hand zu geben, umfasst das Gesprächstraining KoMPASS mehrere Bausteine.

Veröffentlicht:

Vor einem dürfen Teilnehmer von KoMPASS - Kommunikative Kompetenz zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung - keine Angst haben: praktischen Übungen. Denn die machen einen hohen Anteil des Trainings aus. Der Grund: So lässt sich mit realistischen Szenarien an schwierigen Gesprächssituationen aber auch an speziellen kommunikativen Anforderungen arbeiten.

Die Teilnehmer bestimmen die Inhalte

Die Inhalte orientieren sich an den Anliegen der Teilnehmer. Wichtige beziehungsweise häufig wiederkehrende Themenbereiche sind etwa das Überbringen schlechter Nachrichten in allen Phasen von Krebserkrankungen, eine gemeinsame Therapieentscheidung zu treffen, der Umgang mit heftigen Emotionen bei Patienten und Angehörigen, aber auch der Umgang mit existenziellen Grenzen, Sterben und Tod.

In Rollenspielen werden verschiedene Gesprächssituationen geübt. Hierbei werden je nach Erfordernis unterschiedliche Modelle eingesetzt: zum Beispiel mit oder ohne Schauspieler als Patientendarsteller.

Trotzdem ist der Einsatz professioneller Schauspieler ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Denn sie sind in der Lage, auch schwierige und emotional anspruchsvolle Patientenrollen einzunehmen, und können eine Rolle auch wiederholt spielen, so dass man mit ihnen alternative Gesprächsmöglichkeiten ausprobieren kann.

Feedback kommt von allen Seiten

Ärzte erhalten während und nach dem Training Rückmeldung über ihr Gesprächsverhalten. So berichten die Schauspieler, wie sie ein konkretes Verhalten oder eine Äußerung des Arztes erlebt haben. Und der Arzt erfährt, ab welchem Zeitpunkt ein Patient eventuell aussteigt, welche Informationen ihn somit nicht mehr erreichen. Aber auch vom Trainer oder anderen Teilnehmern gibt es Rückmeldungen. Zusätzlich werden die Gespräche per Videoaufzeichnung festgehalten, um sie anschließend gemeinsam zu analysieren.

Das Training dauert 20 Stunden, die auf zweieinhalb Tage verteilt werden. Dabei werden zum Gesprächstraining maximal zehn Teilnehmer zugelassen. (reh)

Zentren, die das Gesprächstraining anbieten

  • Universität Leipzig, Abteilung Medizinische Psychologie/Medizinische Soziologie und Psychosoz. Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige, www.uni-leipzig.de/~sasm
  • Klinikum Nürnberg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, www.klinikum-nuernberg.de
  • Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, www.rk-duesseldorf.lvr.de
  • Universitätsklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, www.uni-koeln.de/med-fak/psysom
  • Tumorzentrum Rheinland-Pfalz, Mainz, info.imsd.uni-mainz.de/TUZ
  • Dr. med Andrea Petermann-Meyer, Fachärztin für Allgemeinmedizin/Psychotherapie/psychosoziale Onkologie in Aachen E-Mail: petermann-psychoonkologie@t-online.de
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Lesetipps
Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen