Unnötige Eingriffe durchgeführt?

Prozess um falsche Krebsdiagnosen

Ein 63-jähriger Pathologe steht seit diesem Montag vor dem Landgericht Saarbrücken. Ihm werden mehrere Körperverltzungsdelikte vorgeworfen, einer mit Todesfolge.

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Saarbrücken. Wegen mutmaßlich falscher Krebsdiagnosen mit gravierenden Folgen für Patienten steht von diesem Montag an ein 63-jähriger Pathologe vor dem Landgericht Saarbrücken. Es geht der Anklage zufolge um mehrere Körperverletzungsdelikte, in einem Fall mit Todesfolge. Dem Angeklagten aus St. Ingbert wird vorgeworfen, mit einem zwischenzeitlich gestorbenen Komplizen wissentlich zahlreiche Fehldiagnosen gestellt zu haben.

Der Pathologe soll zwischen Februar und November 2018 unzutreffend Krebsdiagnosen teilweise verneint und teilweise bejaht haben. Es sei deswegen zu nicht notwendigen Eingriffen wie Darm- und Gesichtsoperationen oder Chemotherapien gekommen. Laut Staatsanwaltschaft führten diese „zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ bei den betroffenen Patienten. Eine Patientin starb nach einer Operation.

16 Prozesstage geplant

Nach Auskunft eines Gerichtssprechers sind für Montag zunächst nur die Anklageverlesung und gegebenenfalls eine Einlassung des Angeklagten sowie eine erste Zeugenvernehmung geplant. Ursprünglich sollte der Prozess am 21. März starten. Bis dahin waren 16 Prozesstage geplant und terminiert. Wegen der Erkrankung eines Kammermitgliedes wurde der Beginn um drei Wochen verschoben.

Bereits im Juni 2020 war der Mann wegen Betruges in 17 Fällen sowie wegen Bestechung im Gesundheitswesen in 97 Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte Fachärzten Geld gezahlt, damit sie Gewebeproben in seinem Institut untersuchen ließen. (dpa)

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