Praxisführung

Rheumapatienten helfen Medizinstudenten

Angehende Ärzte lernen von speziell geschulten Rheumapatienten - mit dem "Patient Partners Programm" der Deutschen Rheuma-Liga.

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BONN (ava). Die Deutsche Rheuma-Liga bildet bundesweit rheumakranke Mitglieder aus, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen in Ärzteschulungen einbringen. Dafür hat die Liga vor fünf Jahren - unterstützt vom Pharmakonzern Pfizer - ein spezielles Trainingsprogramm "Patient Partners" entwickelt.

"Inzwischen sind 80 Patienten mit Rheumatoider Arthritis und 30 Patienten mit Morbus Bechterew ausgebildet", berichtet Karl Cattelaens, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Rheuma-Liga Bundesverbandes und verantwortlicher Leiter des Programms.

Einmal jährlich kommen die ausgebildeten Patienten zu Fortbildungstagen zusammen. Eine Diplom-Psychologin gibt Tipps zur Verbesserung der Kommunikation. Ein ärztlicher Fachvortrag hält die "Patient Partners" auf dem neuesten Stand der Entwicklung in der medizinischen Versorgung.

Lehr-Patienten geben Tipps für die körperliche Untersuchung

Die ausgebildeten Patienten engagieren sich an den Universitäten in Düsseldorf, Berlin, Heidelberg, Münster und Köln in der Ausbildung von Medizinern. Sie stellen nicht nur ihre Hände zum Abtasten zur Verfügung, sondern zeigen Ärzten und Medizinstudenten auch, wie man eine rheumatische Hand richtig untersucht, und was ein Arzt über einen Betroffenen und dessen Leben mit Rheuma wissen sollte.

In einer Kleingruppe von etwa fünf Studenten übernimmt der Patient die Rolle eines Trainers. Er schildert seine persönliche Geschichte mit der rheumatischen Erkrankung: zum Beispiel, wie die Krankheit ausgebrochen ist, wann sie diagnostiziert wurde, welche Behandlungen er schon hinter sich hat. Und wie es ihm im Moment geht, welche Medikamente er einnimmt und welche Einschränkungen die Erkrankung im alltäglichen Leben mit sich bringt.

Danach fordert er in einem Rollenspiel die Ärzte auf, einen neu betroffenen Patienten mit Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung zu untersuchen. Immer wieder gibt er den Teilnehmern Rückmeldungen, was gut gemacht wurde, was man verbessern kann.

Für die Ärzte ist das eine Gelegenheit, im kleinen persönlichen Rahmen das Abtasten auszuprobieren und einem Betroffenen Fragen zu stellen, die man als Arzt dem eigenen Patienten vielleicht nicht stellen würde.

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