Direkt zum Inhaltsbereich

EuGH

Rx-Muster nur an Ärzte – nicht an Apotheker

Verschreibungspflichtige Gratis-Arzneimittel an Apotheker sind verboten. Pharmafirmen dürfen aber Gratismuster an Ärzte abgeben, hat der EuGH entschieden.

Veröffentlicht:
Gratismuster von verschreibungspflichtigen Medikamente für Apotheker: Ein Problemfall, mit dem sich der EuGH beschäftigt hat.

Gratismuster von verschreibungspflichtigen Medikamente für Apotheker: Ein Problemfall, mit dem sich der EuGH beschäftigt hat.

© FooTToo / Getty Images / iStock

Luxemburg. Apotheker dürfen von Pharma-Unternehmen keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel als Gratismuster erhalten. Nach dem EU-Gemeinschaftskodex für Humanarzneimittel ist die kostenlose Abgabe solcher Arzneimittelproben nur an „berechtigte Personen“ erlaubt, die diese auch verschreiben dürfen – also Ärzte, urteilte am Donnerstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.

Allerdings dürfen EU-Mitgliedstaaten in ihrem nationalen Recht vorsehen, dass Apotheker kostenlose Werbegaben nicht-verschreibungspflichtiger Arzneimittel erhalten können.

Im Streitfall hatte ein Generika-Hersteller „zu Demonstrationszwecken“ 100-Gramm-Packungen eines Schmerzgels mit dem Wirkstoff Diclofenac an Apotheker kostenlos abgegeben. Ein Wettbewerber hielt die Musterabgabe gemäß EU-Recht für unzulässig. Zudem handele es sich nach dem deutschen Heilmittelwerbegesetz um eine unzulässige Werbegabe.

Der EuGH bestätigte, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel als Gratismuster nur Ärzte erhalten dürfen. Denn der Gebrauch und die Wirkung der Arzneimittel bedürften einer ärztlichen Überwachung. OTC-Präparate könnten nach EU-Recht dagegen als kostenlose Werbegabe an Apotheker abgegeben werden. Über den zwischen den Pharmaunternehmen anhängigen Rechtsstreit muss nun der Bundesgerichtshof weiter entscheiden. (fl)

Europäischer Gerichtshof, Az.: C-786/18

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufsobergericht für Heilberufe Berlin

Urteil: Kein Maulkorb für Ärzte wegen Äußerungen zu COVID-Pandemie

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben

Eine ältere Frau fässt sich mit den Händen ins Gesicht

© Miriam Kunz

Interview

Schmerzen bei Demenz-Patienten: Welche Fallstricke lauern in der Diagnostik?

Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose