Corona-Prävention

SARS-CoV-2-Antikörpertests: Laborärzte fordern Grenzwerte

Um festzustellen, ob jemand vor SARS-CoV-2 geschützt ist, müssen international festgelegte Antikörper-Grenzwerte her, fordern Laborärzte – und nehmen die Test-Hersteller in die Pflicht.

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Antikörpertests sind derzeit das Mittel der Wahl, um eine Corona-Infektion ex post sicher feststellen zu können.

Antikörpertests sind derzeit das Mittel der Wahl, um eine Corona-Infektion ex post sicher feststellen zu können. Verbindliche Grenzwerte, die bestimmen, ob jemand vor dem Virus geschützt ist, gibt es allerdings noch nicht.

© krarte / stock.adobe.com

Berlin. Wann gilt jemand als geschützt vor dem Corona-Virus oder zumindest vor einem schweren Krankheitsverlauf? Diese Frage beschäftigt den Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL). Er kritisiert in einer aktuellen Meldung, dass es nach wie vor keine allgemein anerkannten Grenzwerte bei den Corona-Antikörpertests gebe, die anzeigten, wie sicher jemand nach einer Impfung oder überstandener Infektion vor der Erkrankung ist.

Die Laborärzte fordern von den Herstellern zur Festlegung entsprechender Werte „alle denkbaren Anstrengungen“. Damit würde die zentrale Voraussetzung für die schnelle Einführung von Antikörpertests in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen, so der BDL.

Die Zahl der in den fachärztlichen Laboren angeforderten COVID-19-Antikörpertests habe mit den Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene stark zugenommen. Da der Neutralisationstest auf schützende Antikörper nach Impfung oder durchgemachter Infektion als „Goldstandard“ nicht für eine Massentestung geeignet sei, würden derzeit verschiedene Ersatzmethoden angeboten.

Falsche Impfbescheinigungen erkennen

Diese bestimmten entweder Antikörper gegen das N-Antigen (durchgemachte Infektion) oder die Spike-Antigene (Impfung). Hinzu kämen sogenannte Surrogat-Neutralisationsteste oder die Bestimmung der T-zellvermittelten Immunität, die ebenfalls zum Nachweis geeignet seien. Bisher könne jedoch keiner dieser Teste international anerkannte Grenzwerte definieren, nach denen eine Person als sicher geschützt gelten kann.

„Mit validen, allgemein anerkannten Impftitern beziehungsweise Antikörper-Titern kann man auch gefälschte Impfbescheinigungen erkennen“, sagt der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. Feste, transparente Titer beantworteten zudem die Frage nach den wirksamsten Impfstoffen, heißt es.

Dies gelte insbesondere auch für die Beurteilung geeigneter Impfschemata, bei denen der Impfstoff zwischen Erst- und Zweitimpfstoff gewechselt wird. Nicht zuletzt werde über die Antikörperbestimmung auch der beste Zeitpunkt für eine Nachimpfung bestimmt.

PCR-Positivrate sinkt weiter

Derweil melden die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) eine verringerte Positivrate bei den SARS-CoV-2-PCR-Tests. In den 178 an die wöchentliche Erhebung der PCR-Tests angeschlossenen Labore sei diese von 11,7 auf 10,8 Prozent gesunken. Insgesamt 1,09 Millionen PCR-Tests seien bei den Fachlaboren eingeschickt worden, acht Prozent weniger als in der Vorwoche (knapp 1,2 Millionen PCR-Tests). (kaha)

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