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Sanofi-Aventis baut Insulinexport aus Frankfurt weiter aus

2014 läuft der Patentschutz für Lantus® aus. Mit seiner neuen Geschäftseinheit Diabetes will Sanofi-Aventis seine Marktposition in der Produktion des Langzeitinsulins absichern.

Von Stefan Holler Veröffentlicht: 14.05.2010, 05:00 Uhr

FRANKFURT/MAIN. Martin Siewert, Geschäftsführer von Sanofi-Aventis Deutschland, zieht zehn Jahre nach Einführung von Lantus® in Europa und den USA eine positive Bilanz. Seit Zulassung des ersten gentechnisch hergestellten 24-Stunden-Insulinanalogons im Jahre 2000 wächst die Produktion stetig, wie er auf einer Veranstaltung in Frankfurt hervorhob. Allein 2009 setzte Sanofi-Aventis weltweit über drei Milliarden Euro mit Lantus® um, im Vergleich zu 2008 ein Plus von 22,5 Prozent. Das Gros der Lantus®-Produktion geht in den Export.

Sanofi-Aventis baut Insulinexport aus Frankfurt weiter aus

Sanofi-Aventis hält an Frankfurt als Forschungs­standort fest. © Sanofi-Aventis

© Sanofi-Aventis

Patienten stehen im Fokus der Partnerschaft

Die neue Geschäftseinheit Diabetes will diese Strategie mit weiteren Präparaten ausbauen. So hat der GLP-1-Agonist Lixisenatid eine klinische Studie der Phase 3 erfolgreich abgeschlossen. Die Weiterentwicklung der Insulin-Produktion ist aber nur ein Teil der Strategie der international ausgerichteten Diabetes-Division. "Wir wollen ganzheitlicher Partner werden, der Diabetikern die besten und umfassendsten Therapielösungen anbieten kann", beschreibt der Leiter der Diabetes-Division, Pierre Chancel, die ehrgeizigen Ziele.

Dazu werden die Bereiche Forschung, Geräteproduktion, geschäftliche Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb eng miteinander verzahnt. Während das Leitungsteam für die globale Division von Frankfurt aus operiert, befinden sich die Marketing- und Vertriebsstellen in den jeweiligen Ländern. "Wir verlagern keine Produktion", hebt Siewert hervor. "Der Standort Frankfurt ist wettbewerbsfähig und wird das auch in Zukunft bleiben."

Zusätzlich werden in Russland und China zwei Fertigungsstätten für Pens gebaut. Dahinter steht das Konzept der Regionalisierung: Um Zugang zum Markt zu erhalten, arbeiten die Landesgesellschaften von Sanofi-Aventis vor Ort mit lokalen Partnern zusammen. Denn in Russland beispielsweise seien Import-Arzneien noch mit einem Malus belegt, so Siewert.

Regionalisierungs-Konzept für die Diabetes-Versorgung

Vor allem in China sieht Sanofi-Aventis enormes Potenzial: Das Chinesische Zentrum für Diabeteskontrolle schätzt die Zahl der Diabetiker im Land auf etwa 40 Millionen. Bei rund zehn Millionen werde die Krankheit behandelt - aber lediglich 20 Prozent von ihnen erhielten Insulin. Eine weitere Zusammenarbeit gibt es mit Partnern in Brasilien und Mexiko. Weiteres Expansionspotenzial sieht Sanofi-Aventis in Schwellenländern.

Die rund 3000 Arbeitsplätze in der Sparte Diabetes in Frankfurt-Höchst seien sicher, bekräftigt Siewert. Jedoch würden Prozesse zukünftig automatisiert stattfinden - das heißt, "weniger Handarbeit, hin zu mehr computergestützter Produktion."

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