USA

Schulterschluss für die Homöopathie

Veröffentlicht: 12.05.2014, 09:05 Uhr

FRANKFURT/MAIN.NUSSBAUM. Der Anbieter Hevert-Arzneimittel startet nach eigenen Angaben eine Kooperation mit einer der ältesten und renommiertesten Institutionen für Naturheilkunde in Nordamerika, dem National College of Natural Medicine (NCNM) in Portland, Oregon.

Im Rahmen der Kooperation arbeiteten die Hochschule und Hevert an der Entwicklung eines Lehrplans für einen Masterstudiengang in Homöopathie und Komplexmittelhomöopathie. Weiter erhielten Absolventen finanzielle und praktische Unterstützung beim Etablieren einer eigenen Praxis.

Bis 2018 unterstütze Hevert mit insgesamt 495.000 US-Dollar verschiedene Programme der Hochschule zur Förderung von naturheilkundlicher Ausbildung. (maw)

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Dr. Edmund Berndt

Homöopathie ein zertifizierter Aberglaube

Die Zertifizierung und die rechtliche Zulässigkeit gaukeln Wirksamkeit vor. Genau das ist der „wirksame“ Effekt von Diplomen, Schulungskursen in Homöoakademien etc.

Der Zertifizierungsschmäh ist gang und gäbe. Neben einer staatlichen Zertifizierung, die wie alle Zertifizierungen im Prinzip nur eben ein bestimmtes mehr oder weniger überprüfbares Procedere der Herstellung sicherstellen, kann jeder Verein irgendeine x-beliebige Zertifizierung erfinden und festlegen. Es gibt auch zertifiziertes Mondholz zu kaufen, ein Holz, dem nach allen Regeln der bürokratischen Künste bescheinigt wird, in einer bestimmten Mondphase geschlägert worden zu sein.

Sprichwörtlich bezeugt in jeder 2. Ordination eine Urkunde, dass hier zertifizierte Homöopathie von einem zertifizierten Homöopathie-Mediziner betrieben wird. So ein Homöopathiezertifikat ist wie eine Taufurkunde zu sehen. Es wird bestätigt, dass der Arzt offiziell an den Aberglauben Homöopathie glaubt, in diesem Aberglauben per Kurs geweiht wurde und jetzt die Ermächtigung besitzt, den Segen Hahnemans zertifiziert zu erteilen. Wenn Homöopathika in zertifizierten Betrieben aus zertifizierten Ausgansprodukten mit zertifizierten Hilfsstoffen also alles nach den zertifizierten Herstellungsregeln der GMP (Good Manufacturing Practise) hergestellt werden, sind sie noch nicht wirksam, aber lege arte hergestellt! GMP ist kein Wirksamkeitsbeweis und Ärztekammerdiplome auch nicht.

Homöopathische Zubereitungen werden behördlich registriert, das heißt, sie bekommen eine Registrierungsnummer und müssen maximal die Daten der Unbedenklichkeit und gewisse galenische Qualitätspunkte erfüllen. Für Arzneimittel, die zugelassen werden, muss die Wirkung belegt werden, für Homöopathika nicht.

Das Enthexen eines verrenkten Knie mit einem Affenknochen wirkt nicht mehr und nicht weniger, ob der Knochen im oder gegen den Uhrzeigersinn bei der magischen Zeremonie geschwenkt wird, würde unsereins sagen, nicht aber der Heilung Suchende Ureinwohner aus einem entlegenen Winkel der Welt und sein Medizinmann, aber man kann es zertifizieren (!!!!) und festlegen, dass es dann und nur dann „richtig „ gemacht wird, wenn man im Uhrzeigersinn fuchtelt und Begründungen dafür kann auch hier frei nach Robert Musil die „höhere Dummheit“ zu Hauf liefern!

Die Frage ist, was passiert, wenn ein verdeckter Wissenschaftsaktivist in einer Homöopathiefabrik heimlich unter notarieller Aufsicht die Potenzen durcheinander mischt? Beweisen kann dann niemand, ob er C30 Belladonna oder Arnika C200 in Händen hält. Ob dann der Boom so zusammenbricht wie der Glaube an Thor, nachdem Bonifatius die heilige Thoreiche fällte?

Dr. Edmund Berndt

HOMÖOPATHIE eine irre medizinische GLAUBENSLEHRE



Aufklärung und Bildung im Gegensatz zu den Grundlagen der Homöopathie

Die Betreuung, Erziehung und die Schul- und Universitätsbildung von Kindern und Jugendlichen hat zum Ziel, diesen nicht nur eine berufliche Ausbildung, sondern auch eine Bildung im klassischen Sinne der Aufklärung angedeihen zu lassen. Das beginnt schon im Kindergarten. Hier können bereits emotionale und intellektuelle Anlagen gefördert oder unterdrückt werden, die für die Entwicklung der Persönlichkeit einerseits und für die berufliche Zukunft andrerseits bedeutend sind. Allen Kindern sollte ermöglicht werden, später als Erwachsene mündig, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst leben zu können.

Wirklich verantwortungsbewusst kann aber nur dann gehandelt werden, wenn die Folgen von Entscheidungen mit hinreichender Gewissheit abzusehen sind. Diese hinreichende Gewissheit setzt ein naturwissenschaftliches Basiswissen, Skepsis und Verständnis für mündige Erwachsene voraus. Daher gibt es keine Bildung und Ausbildung ohne Naturwissenschaft bzw. naturwissenschaftliches Grundwissen.

Das Gegenteil wäre der Fall, wenn eine bloße Betreuung und Verwahrung der Kinder im Kindergarten und nachfolgenden Bildungseinrichtungen gefragt ist. Auch könnten Kindern und Jugendlichen lediglich bestimmte Verhaltensweisen und/oder Fertigkeiten angelernt werden, um sich später zu bewähren und selbständig leben zu können. Dazu wird in aller Regel nur eine entsprechend qualifizierte Ausbildung oder ein Anlernen notwendig sein, um eben beschäftigt werden zu können. Das ist jedoch nicht „Bildung“ im klassischen Sinn. Bildung und Ausbildung sind nicht das gleiche. Sie sollten einander ergänzen.

Die Kriterien, Ansichten und Lebensphilosophien, mit denen die Welt erklärt werden kann, können sehr unterschiedlich sein. Die selektive Wahrnehmung und die Eigenheit unseres Gehirns, aufeinanderfolgende Ereignisse zwingend nur als Verknüpfung von Ursache und Wirkung anzusehen, erlauben es jedem eine private bzw. subjektive „Logik“ zu entwickeln. Diese Logik ist nur scheinbar aber praktisch vorteilhaft. So kann man sich die Welt auch mit den verschiedensten magischen, esoterischen und abergläubischen Vorstellungen „subjektiv“ erklären und hinter den Dingen Zusammenhänge sehen, mit denen man mehr oder weniger erfolgreich sein Leben bestreiten und auf die Zukunft schließen kann. Der Mondkalender und das Tageshoroskop sind so verführerische simple und daher besonders einleuchtende Regeln, um ohne weiteres Nachdenken entscheiden zu können. Besonders attraktiv sind anscheinend einfache, klare, alles erklärende „Grundsätze“, die jeder versteht und die nicht so kompliziert und unverständlich wie Wissenschaft sind. Auch Religionen, besonders fundamentalistische, geben ein Weltbild mehr oder weniger zwingend vor. Wenn man darüber ernsthaft nachdenkt, sind Konflikte mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften unausweichlich und auch nicht wirklich auflösbar. Rational aufgelöst werden diese Konflikte nicht, sie werden nur teilweise oder überhaupt nicht wahrgenommen. Eine naturwissenschaftliche Erkenntnis wird einfach zur beliebigen und persönlichen Meinung erklärt, die man teilen kann oder auch nicht.

In der Vergangenheit, in vorwissenschaftlicher Zeit, war es auch gar nicht anders möglich, als sich die Welt irgendwie beseelt und zweckgerichtet vorzustellen. Die Tücke des Objekts war existenziell ernst zu nehmen. Alles schien beseelt zu sein und das Unerklärliche wurde „sinnvoll“ durch zahlreiche gute und böse Geister und zuletzt durch den unerforschlichen Ratschluss eines Gottes. Es immer noch so zu sehen und sich so zu verhalten, als ob es keine Entwicklung, keinen gesicherten naturwissenschaftlichen Wissenszuwachs gäbe und auch heute noch fest an unmögliche, magische Zusammenhänge zu glauben, bedeutet unseren heutigen Wissensstand zu ignorieren, zu negieren und zu verkennen. Anstelle einer wissenschaftlich gesicherten Kausalität auf


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