Hessen / Gesundheitsberufe

Schwarz-Grün schafft Schulgeld ab

Gute Nachrichten für den Nachwuchs in den Gesundheitsberufen: Kein Schulgeld mehr an privaten Schulen, mehr Geld für die Ausbildung an Kliniken und die Ärzte bilden mehr MFA aus.

Von Christoph BarkewitzChristoph Barkewitz Veröffentlicht:

Wiesbaden. Von 1. August an soll das Schulgeld an Hessens Schulen für Gesundheitsfachberufe Geschichte sein. Mittels einer Änderung des Gesetzes über den Öffentlichen Gesundheitsdienst schafft die schwarz-grüne Landesregierung eine Rechtsverordnung zur Umsetzung der Schulgeldfreiheit. Im Landeshaushalt werden dafür 1,5 Millionen Euro für das Jahr 2020, vier Millionen für 2021 und jeweils fünf Millionen Euro für 2022 und 2023 eingestellt, um die Berufsschulen dahingehend zu fördern, dass sie kein Schulgeld mehr erheben.

Dies gilt für die Ausbildung zur Diätassistenz, Ergotherapie, Logopädie, Medizinisch-technische Assistenz (MTA), Orthoptik, Pharmazeutisch-technische Assistenz (PTA), Physiotherapie und Podologie an privaten Schulen.

Keine Furcht vor Schulgeld

Die gesundheitspolitischen Sprecher von CDU und Grünen, Claudia Ravensburg und Marcus Bocklet, sprachen von einem „entschiedenen Schritt“ gegen den Fachkräftemangel. Niemand, der sich in Hessen für eine Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf interessiere, solle sich Gedanken über die Finanzierung des Schulgeldes machen müssen, sagte Ravensburg.

An Schulen, die mit einem Krankenhaus verbunden sind, wird die Ausbildung über das Krankenhausfinanzierungsgesetz geregelt, sprich sie ist für die Schüler kostenlos. Dafür stellen die gesetzlichen Kassen in Hessen im laufenden Jahr 140 Millionen Euro zur Verfügung, wie der vdek-Landesverband mitteilte. Dies sei eine Steigerung um mehr als 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

1150 Ausbildungsverträge für MFA

Insgesamt würden im Jahr 2020 gut 7000 Frauen und Männer in 87 hessischen Krankenhäusern zu (Kinder-)Krankenpflegern, Krankenpflegehelfern, Hebammen, Diät- und technischen Assistenten, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Orthoptisten und Logopäden ausgebildet. Die Zahl der Auszubildenden sei gegenüber dem Vorjahr um rund 200 gestiegen.

Mehr Azubis meldet auch die Landesärztekammer für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten (MFA). Bis Ende 2019 seien insgesamt 1150 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden; im Jahr 2018 seien es zum gleichen Zeitpunkt 1135 Verträge gewesen. „Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte Auszubildende für den Beruf der MFA einstellen, um damit auch im eigenen Interesse für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen“, sagte Hessens Kammerpräsident Dr. Edgar Pinkowski zu der Entwicklung.

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