Klinik-Management

Silikon-Brüste - es gibt Alternativen

Implantate aus Silikon sind seit dem PIP-Skandal in der Kritik. Frauen, die sich die Implantate ersetzen lassen wollen, haben mehrere Alternativen. Ein Beispiel: körpereigenes Fettgewebe.

Veröffentlicht: 11.01.2012, 19:19 Uhr
Silikon-Brüste - es gibt Alternativen

Autoaugmentation mit Körperfett: Eine Option zur Brustvergrößerung.

© CTK Photo / imago

REGENSBURG (gvg). Wie viele Frauen in Deutschland minderwertige Silikonimplantate in ihrer Brust tragen, kann derzeit niemand genau sagen. Dringend handeln müssen nur jene Frauen, bei denen klinische Hinweise auf eine Ruptur bestehen.

Wenn Betroffene nach der Explantation schadhafter Kissen kein Silikon mehr möchten, haben sie derzeit zwei seriöse Alternativen.

"Wir gehen im Moment davon aus, dass in Deutschland eher einige tausend als einige hundert Frauen minderwertige Silikonimplantate tragen", sagte Professor Marita Eisenmann-Klein von der Klinik für Plastische und Ästhetische Wiederherstellungs-Chirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef der Universität Regensburg der "Ärzte Zeitung".

Bei Frauen, bei denen das minderwertige Implantat entnommen wird, existieren mehrere Optionen, falls ein erneuter Eingriff gewünscht wird. Die eine Variante ist, ein hochwertiges Silikonimplantat einzusetzen. Das ist in der Regel ein relativ kleiner Eingriff.

Fett oder Kochsalz

Möchte eine Frau allerdings unter keinen Umständen erneut Silikon in ihrer Brust haben, dann kann die Brust mit körpereigenem Fettgewebe aufgefüllt oder auch ein kochsalzhaltiges Implantat verwendet werden.

Wie lange bei einer Therapie mit Eigenfett gewartet werden muss, sei sehr unterschiedlich, so Eisenmann-Klein. In der Regel sind es einige Monate. Das Fett wird ins Gewebe, nicht in die Implantathöhle eingebracht.

"Bis zu 350 Milliliter pro Sitzung sind prinzipiell möglich. Ob das im Einzelfall für die Patientin infrage kommt, kann nur der plastische Chirurg entscheiden."

Vorsicht bei Sonderangeboten

Verfahren, bei denen mit Stammzellen augmentiertes Fettgewebe eingesetzt wird, seien derzeit keine Option, so Eisenmann-Klein. Abgesehen davon, dass diese Verfahren sehr teuer seien, sei unklar, ob sie gegenüber der reinen Eigenfetttherapie bei der Brustvergrößerung überhaupt Vorteile haben.

"Hier stehen demnächst sicher interessante Entwicklungen bevor, aber da sind dann erst einmal Studien nötig", so Eisenmann-Klein.

Auch vor Ärzten oder Implantateherstellern, die angesichts der derzeitigen Diskussion mit angeblichen Sonderkonditionen werben, sollten sich Frauen hüten.

"Da können wir nur ganz dringend vor warnen. Das ist unseriös", betont Eisenmann-Klein.

Lesen Sie dazu auch: Silikon-Brüste: Ärzte gehen in die Offensive Brust-Implantate: Musterland USA Silikon-Brüste - es gibt Alternativen

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