Direkt zum Inhaltsbereich

Silikon-Skandal: Klage gegen Arzt erwartet

MÜNCHEN (dpa). Im Skandal um gefährliche Brustimplantate der französischen Firma PIP wollen Münchner Anwälte in Kürze eine erste Klage einreichen.

Veröffentlicht:
Die Klägerin in der Kanzlei.

Die Klägerin in der Kanzlei.

© Peter Kneffel / dpa

Sie richte sich gegen den Chemikalienhändler Brenntag, den TÜV Rheinland, eine Klinik und einen Arzt, sagte der Medizinrecht-Fachanwalt Michael Graf am Donnerstag in München.

Seiner heute 29 Jahre alten Mandantin aus dem Raum Karlsruhe seien die Silikonimplantate als die besten auf dem Markt und absolut sicher verkauft worden.

Sie fordere 80.000 bis 100.000 Euro für Schmerzensgeld, Behandlungskosten und die Kosten möglicher Spätfolgen. Die Klage solle bis Montag beim Landgericht Karlsruhe eingereicht werden.

"Soweit wir wissen, ist es die erste Klage bundesweit", sagte Graf. Gegen die insolvente Herstellerfirma PIP wolle seine Kanzlei aus prozesstaktischen Gründen nicht vorgehen, weil dies das Verfahren komplizieren und verzögern könne.

Aussicht auf Erfolg zweifelhaft

Insgesamt vertrete die Kanzlei derzeit mehr als 20 betroffene Frauen. Bei einem Drittel - jenen mit Rechtsschutzversicherung - würden Klagen vorbereitet, die bis zum Frühjahr bei den jeweils zuständigen Gerichten eingereicht werden sollten.

Für die übrigen Frauen will die Kanzlei außergerichtliche Zahlungen erreichen.

Ob die Klage gegen den Arzt oder die Klinik allerdings Aussicht auf Erfolg haben wir, ist alles andere als klar. Der Medizinrechtler Dr. Frank A. Stebner aus Salzgitter verwies jüngst darauf, dass Ärzte keine Verkehrssicherungspflicht für Medizinprodukte haben.

Sie müssten darauf vertrauen können, dass Medizinprodukte, die unter der Aufsicht des BfArM legal in Deutschland im Verkehr sind, ordnungsgemäß sind und Patientinnen keinen Schaden zufügen - außer wenn in Fachveröffentlichungen bereits auf Risiken hingewiesen wird.

Auch müsse jeder Patientin das Risiko von Brustimplantaten bewusst sein. Wenn eine Frau aus ästhetischen Gründen dieses Risiko auf sich nehme, "hat sie auch die Verantwortung dafür zu tragen", so Stebner.

Einzig, wenn Ärzte die Aufklärung oder die Dokumentation vernachlässigt, haben, könnten sie dafür in Haftung genommen werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungen einer Praxismanagerin

Praxisbegehung angekündigt? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Lesetipps
Arzt hält Modell vom Herzen in rechter Hand und Blutzuckermessgerät in linker Hand.

© RF (royalty free)

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe