Praxisführung

Soziale Netzwerke mausern sich zum News-Kanal

NEU-ISENBURG (reh). Soziale Netzwerke werden immer stärker auch zum Informationskanal - zumindest der jüngeren Generationen. Das belegen zwei Studien.

Veröffentlicht: 30.11.2011, 13:39 Uhr

Wie das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Branchenverbands BITKOM ermittelt hat, informieren sich 28 Prozent aller aktiven Nutzer von Online-Communites über die Netzwerke auch über das aktuelle Tagesgeschehen.

"Der Anstoß für weitere Recherchen auf Nachrichtenseiten beginnt für immer mehr Menschen in einem sozialen Netzwerk", kommentiert BITKOM Präsidiumsmitglied Ralph Haupter das Umfrageergebnis.

Dabei nutzen vor allem junge Web-Nutzer diese Möglichkeit der Information: Denn laut der Forsa-Studie startet für über ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen die Recherche in den Communities, bei den 30- bis 49-Jährigen und den über 50-Jährigen seien es mit 23 bis 24 Prozent nicht einmal ein Viertel. Forsa hatte für die Studie 753 deutschsprachige Nutzer sozialer Netzwerke befragt.

Weniger Zeit auf Nachrichtenportalen

Ein ähnliches Bild liefert die Studie des Marktforschungsunternehmens Comscore, über das der FAZ-Blog "Netzökonom" berichtet. Demnach verbringen deutsche Internetnutzer immer weniger Zeit auf klassischen Web-Portalen, dafür aber mehr ihrer Zeit in sozialen Netzen.

In den vergangenen zwölf Monaten hätten die Web-Nutzer ihre Online-Zeit auf klassischen Portalen im Schnitt um 24 Prozent gesenkt, gleichzeitig ihre Online-Zeit in den sozialen Netzen aber um 49 Prozent erhöht.

Den rasantesten Sprung habe die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen hingelegt, sie steigerten ihre Online-Zeit in den sozialen Netzen um 64 Prozent und kamen somit in den vergangegen zwölf Monaten insgesamt auf 4,5 Milliarden Minuten in den Netzwerken.

Potenzial für niedergelassene Ärzte

Aber auch die Altersgruppe 55 plus erhöhte ihre Online-Zeit in den sozialen Netzen um über 40 Prozent. Trends, die auch Ärzte nutzen könnten. Denn laut BITKOM informieren sich 14 Prozent der Community-Mitglieder mithilfe ihres sozialen Netzes über Marken und Produkte.

Auf die Praxen übertragen, könnten Praxischefs so auf ihr Leistungsangebot aufmerksam machen - natürlich unter Beachtung der Regeln des Heilmittelwerbegesetzes und der Berufsordnung für Ärzte.

Interessant ist aber noch etwas: Rund 40 Millionen Deutsche hätten sich in mindestens einer Community registriert, berichtet der BITKOM. Bei unter 30-Jährigen Internetnutzern seien es sogar 96 Prozent.

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