Unter Ärzten

Stimmung hellt sich auf

Die deutschen Ärzten sehen die Zukunft wieder positiver - zumindest was die wirtschaftliche Lage betrifft. Das zeigt der aktuelle Medizinklimaindex der Hamburger Stiftung Gesundheit.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Ein Lächeln kommt diesen Ärzten über die Lippen. Die Stimmung wird wieder besser.

Ein Lächeln kommt diesen Ärzten über die Lippen. Die Stimmung wird wieder besser.

© EDHAR

HAMBURG. Ärzte, Zahnärzte und psychologische Psychotherapeuten beurteilen ihre aktuelle und die wirtschaftliche Lage der kommenden Monate wieder etwas optimistischer als noch vor einem halben Jahr.

Der aktuelle Medizinklimaindex (MKI) verbesserte sich auf minus 6,4. Dies ist der zweitbeste Wert, den der MKI seit Start der Erhebung im Herbst 2006 jemals aufwies.

Kein Optimismus

Von Optimismus ist die Branche allerdings weit entfernt. Dies zeigt ein Vergleich mit dem Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für andere Branchen, die alle ausgeglichen sind oder sich im positiven Bereich befinden.

Und: Ärzte sind unter den für den MKI abgefragten Berufsgruppen nach wie vor die mit dem niedrigsten MKI (minus 9,2).

Zahnärzte erreichen einen Wert deutlich im Plus (8,9), während sich die Stimmung bei den psychologischen Psychotherapeuten (minus sieben) eingetrübt hat.

Von den niedergelassenen Ärzten halten 27,8 Prozent die aktuelle wirtschaftliche Lage für gut, 54,4 Prozent sind zufrieden und 17,8 Prozent empfinden sie als schlecht.

Wie schon in den vergangenen Jahren erwarten die Ärzte für die kommenden sechs Monate eine Eintrübung. 35,5 Prozent von ihnen schauen düster in die Zukunft, 57,4 Prozent erwarten Kontinuität und nur 7,1 Prozent haben positive Erwartungen.

Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den Zahnärzten, von denen fast 40 Prozent schon die aktuelle Lage als gut einschätzen und 21 Prozent eine Verbesserung erwarten.

Deutliche Schwankungen

Der Medizinklimaindex wird jeweils im Herbst und im Frühjahr von der Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (GGMA) im Auftrag der Hamburger Stiftung Gesundheit analog zum Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft erhoben.

Der MKI unterliegt deutlichen Schwankungen, bewegte sich bislang aber stets im Minusbereich.

Den tiefsten Wert erreichte die Stimmung mit minus 36,7 im Frühjahr 2009, den höchsten Wert im Frühjahr 2012 mit minus 5,1.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Keine Aufbruchstimmung

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