Kommentar – E-Rezept

Teurer Anachronismus

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 13.11.2018, 15:15 Uhr

Na endlich! Seit 20 Jahren wird über das elektronische Rezept geredet, nun gibt es endlich einen Plan, es bis übernächstes Jahr auch in die Tat umzusetzen.

Gefangen in der Endlos-Schleife des Projekts der Gesundheitskarte, blockiert über Jahre von Apothekern, die fürchteten, dem Versandhandel mit dem E-Rezept Tür und Tor zu öffnen, kam erst zuletzt Bewegung in die Sache. Im Frühjahr deutete die ABDA an, an einer Lösung interessiert zu sein.

Nun will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Nägel mit Köpfen machen. Es gibt viele Argumente pro E-Rezept, verbesserte Fälschungssicherheit und weniger Papier sind nur zwei davon. 464 Millionen Rezepte sind 2017 ausgestellt worden.

In Zeiten, in denen Bahntickets problemlos aufs Handy geladen werden, ein teurer und durch den Medienbruch – aus dem Computer auf Papier und zurück – auch fehleranfälliger Anachronismus.

Welcher Patient kann das nachvollziehen, wenn er per Videokonferenz von seinem Arzt untersucht und beraten worden ist und danach doch noch in der Praxis das Rezept abholen muss?!

Wenn jetzt Bewegung in die Sache kommt, dann könnte dieser komplett digitalisierte Geschäftsvorfall der Telemedizin endlich den entscheidenden Schub verleihen.

Lesen Sie dazu auch: Digitalisierung : Der Gesundheitsminister will das elektronische Rezept

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