Direkt zum Inhaltsbereich

Notfallmedikation

Training für Erzieher wirkt

Notfallmedikamente zu verabreichen, stellt Erzieher oft vor eine Herausforderung. Eine Schulung soll für mehr Sicherheit sorgen.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Ein Schulungsprogramm soll dabei helfen, die Gabe von Notfallmedikamenten durch Erzieher bei Kindern mit Epilepsie zu verbessern. Aufgesetzt hat das Projekt Henriette Dumeier vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) des Universitätsklinikums Leipzig.

Sie ist dafür jetzt mit dem zweiten Platz des Franz Ludwig Gehe-Förderpreises ausgezeichnet worden.

Ziel des Projektes ist laut Astrid Bertsche, Oberärztin des Sozialpädiatrischen Zentrums der Leipziger Unikinderklinik, dass Erzieher in der Lage sind, Notfallmedikamente bei Kindern richtig einzusetzen. Denn Kinder mit Epilepsie verbringen viel Zeit in Kindertageseinrichtungen.

Der Erzieher muss daher in der Lage sein, bei einem Anfall das mit Eltern und Arzt abgestimmte Notfallmedikament schnell und richtig anzuwenden. Und ihm muss klar sein, dass ein längerer epileptischer Anfall schwere gesundheitliche Folgen haben kann.

"Deshalb entwickelten wir eine pharmazeutische Schulung durch einen Apotheker und untersuchten deren Nutzen zur Verbesserung der praktischen Fertigkeiten der Erzieher und ihrer Bereitschaft, die Medikamente im Notfall auch tatsächlich anzuwenden", sagt Professor Thilo Bertsche, Forschungsdirektor des ZAMS.

An der Studie nahmen 210 Erzieher teil. Sie wurden zu ihren Einstellungen und ihrem Verhalten bezüglich der Notfallmedikamentengabe befragt. Vor und nach der Schulung wurde die Fehler-Anzahl bei der Arzneimittelanwendung an Trainingspuppen erhoben.

Die Forscher wiesen nach, dass der Anteil fehlerfreier Anwendungen von Notfallmedikamenten je nach Darreichungsform von 0,5 auf 60 Prozent optimiert werden kann.

Bei der Beurteilung der eigenen Sicherheit in der Handhabung solcher Notfallmedikamente durch die Erzieher verbesserte sich der Wert auf einer Skala von 1 bis 10 nach der Schulung von 5 auf 8. Außerdem meldeten sich nach der Schulung mehr Erzieher, die bereit waren, ein Notfallmedikament im Ernstfall auch tatsächlich anzuwenden. (cj)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oktober-Sitzung des CHMP

Neuer oraler GLP1-Agonist in den Startlöchern

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Lesetipps