Umfrage zum Honorargutachten

Umverteilung ist für Apotheker offenkundig kein Tabu

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GOTTMADINGEN. Quod erat demonstrandum: Das nach wie vor unveröffentlichte Gutachten zur Einkommenssituation der öffentlichen Apotheken befeuert brancheninterne Befürchtungen über eine "Honorardebatte mit negativen Konsequenzen", wie der Pharmagroßhändler ACA Müller am Donnerstag mitteilte. In dessen Auftrag wurden Anfang Dezember 305 Apotheker zur Sache befragt. Demnach können sich 76 Prozent vorstellen, dass eine solche Honorardebatte jetzt unausweichlich ist. Interessant: 45 Prozent der Befragten gaben an, eine Einkommens-Umverteilung zugunsten kleinerer Landapotheken für sinnvoll zu halten. Weitere 32 Prozent, heißt es, seien dieser Idee gegenüber "zumindest nicht abgeneigt". ACA-Müller-Vorstandschef Martin Lisker hält allerdings nichts von derartigen Überlegungen. Lisker: "Diese Debatte ist schädlich und stellt die hervorragende Leistung der 20.000 Apotheken mit ihren 160.000 Mitarbeitern und Eigentümern in Frage."

Unbestätigten Berichten zufolge soll das vom Bundeswirtschaftministerium beauftragte Honorargutachten zu dem Schluss kommen, dass die Apotheken im Geschäft mit der Gesetzlichen Krankenversicherung wenigstens eine Milliarde Euro zuviel verdienen. Das Fixhonorar pro Packung solle um rund 30 Prozent gesenkt werden, von jetzt 8,35 Euro auf 5,80 Euro. Dagegen solle mehr Geld für die Rezepturherstellung oder den Notdienst ausgegeben werden. Auch die umstrittenen Großhandelsrabatte müssten weitgehend gestrichen werden. (cw)

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