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Rote Zahlen

Uniklinik Marburg spart beim Personal

Am Standort Marburg schreibt das Uniklinikum Gießen/Marburg rote Zahlen. Folge: Stellenabbau.

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MARBURG. Am Marburger Universitätsklinikum werden Stellen abgebaut: 44 Mitarbeiter sollen im kommenden Jahr gehen, davon etwa 20 im Pflegedienst. Kündigungen sind aber nicht geplant, betont der kaufmännische Geschäftsführer Gunther Weiß.

Der Personalabbau soll durch die natürliche Fluktuation erreicht werden. Hauptgrund für den Sparplan ist die schwierige finanzielle Situation des privatisierten Uni-Klinikums.

Nach Medienberichten verzeichnete die Klinik am Standort Marburg von Januar bis September ein Minus von 1,9 Millionen Euro. Gleichzeitig soll der Standort Gießen ein Plus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet haben. Bei der Privatisierung der Uni-Kliniken schrieb das Marburger Großkrankenhaus schwarze Zahlen, während Gießen bis zu zehn Millionen Euro Minus jährlich machte.

Die Geschäftsleitung erklärt sich das aktuelle Ergebnis mit der chronischen Unterfinanzierung der deutschen Unikliniken - nur noch fünf der 34 Krankenhäuser schreiben schwarze Zahlen.

Betriebsrat: Mitarbeiter arbeiten jetzt schon am Limit

Zudem werden in Marburg Patienten mit durchschnittlich weniger schweren Erkrankungen behandelt. Konzernbetriebsratsvorsitzender Björn Borgmann geht auch davon aus, dass der Standort Gießen durch die Neubauten besser aufgestellt ist. "Man muss das Klinikum Marburg wieder stärken", sagte er.

Das sieht auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur so. Jetzt auch noch Personal abzubauen, hieße, den Marburger Standort "wohl endgültig gegen die Wand zu fahren", empört er sich. Die Beschäftigten arbeiteten jetzt schon am Limit.

Für zusätzliche Unruhe sorgen die nur an Marburger Mitarbeiter gerichteten "Lock-Angebote" der Geschäftsleitung. Beschäftigten, die Aufhebungsverträge unterschreiben, werden Abfindungen von "bis zu einem Jahresgehalt" in Aussicht gestellt. Die Beschäftigten müssen sich bereits bis zum 31. Dezember entscheiden.

Insgesamt hat das Universitätsklinikum 9600 Mitarbeiter, davon 4000 in Marburg (Stand 1.1.2014). Die Geschäftsleitung verweist jedoch darauf, dass in diesem Jahr 70 neue Mitarbeiter für die neue Palliativstation und die erweiterte Kinder- und Jugendpsychiatrie eingestellt wurden. (coo)

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