Offener Brief an Jens Spahn

Verbände fordern kostenlose SARS-CoV-2-Tests für MFA

Dem Lob von Minister Spahn für Ärzte und MFA als „Schutzwall“ in der Corona-Krise sollen nun auch Taten folgen. Forderungen stellt nicht nur der VmF, sondern auch Medi Geno.

Veröffentlicht: 05.08.2020, 17:09 Uhr
Nicht nur Ärzte sind bei den Abstrichen für PCR-Tests auf SARS-CoV-2 ansteckungsgefährdet. Auch MFA, die in der Praxis die Patientensteuerung übernehmen, können mit dem Virus in Kontakt kommen. (Symbolbild mit Fotomodell)

Nicht nur Ärzte sind bei den Abstrichen für PCR-Tests auf SARS-CoV-2 ansteckungsgefährdet. Auch MFA, die in der Praxis die Patientensteuerung übernehmen, können mit dem Virus in Kontakt kommen. (Symbolbild mit Fotomodell)

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Medizinische Fachangestellte (MFA) sollten einen Anspruch auf kostenlose SARS-CoV-2-Tests erhalten, indem sie in die Liste der gefährdeten Gesundheitsberufe im Rahmen der nationalen Teststrategie aufgenommen werden.

Das haben Hannelore König, die Vorsitzende des Verbands medizinischer Fachberufe (VmF), und Dr. Werner Baumgärtner, der Vorstandsvorsitzende von Medi Geno Deutschland, in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert.

Beide unterstreichen zudem die bereits vor einigen Wochen gestellte Forderung der Fachangestellten nach einem aus Steuermitteln finanzierten Corona-Sonderbonus, analog zum Bonus, den die Altenpflegekräfte erhalten sollen.

Hausarztpraxen übernehmen die Abstriche für PCR-Tests

„Mehr als 400.000 Medizinische Fachangestellte (MFA) haben sich in der Pandemie im ambulanten Gesundheitswesen den Herausforderungen gestellt und damit das Gesundheitswesen funktionstüchtig und wichtige Versorgungsstrukturen in den Arztpraxen aufrecht erhalten“, betonen Baumgärtner und König in dem Schreiben.

Mittlerweile würden die Testzentren an vielen Orten wieder geschlossen, und die Hausarztpraxen übernähmen die Testung der Verdachtsfälle, auch die der Reiserückkehrer aus den Risikogebieten. Das Infektionsrisiko steige somit erneut für die MFA.

„Nicht nachvollziehbar ist aus unserer Sicht, warum die MFA wie auch andere Gesundheitsberufe im niedergelassenen Bereich bei der Nationalen Teststrategie SARS-CoV-2 nicht berücksichtigt wurden“, wird in dem Schreiben hervorgehoben.

MFA – ein systemrelevanter Beruf

Zur Verhütung der Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 sollten MFA die Möglichkeit der kostenfreien Tests eingeräumt werden – wie auch den Pflegekräften in Krankenhäuser, ambulanter und stationärer Pflege, sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

„Wenn das ambulante Gesundheitswesen weiter eine stabile Säule der Versorgung bleiben soll, dann müssen auch die MFA als systemrelevanter Beruf neu bewertet werden. Das ist mit Blick auf die Struktur der Freien Berufe nicht allein durch Tarifverhandlungen möglich, sondern muss durch die Gesellschaft gegenfinanziert werden“, schließen Baumgärtner und König. (ger)

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